Ulrichstein (au). »Der Förderverein Museum im Vorwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, heimischen, zum Teil noch nicht so bekannten Künstlern Gelegenheit zu geben, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen« sagte Bürgermeister Erwin Horst am Samstag bei der Eröffnung der ersten Ausstellung der Malerin Meggi Richter.
Malerin Meggi Richter (2. v. r.) mit Bürgermeister Erwin Horst (2.v.l.), Iris Momberger und ihrem Ehemann vor dem Leuchtturm. (Foto: au)
Das Stadtoberhaupt ging dann auf den Begriff »Kunst« ein und gab zu bedenken, dass Kunst nichts Sichtbares wiedergebe, sondern das sichtbar mache, was der Künstler sehen wollte und das, was der Besucher sehe: »Meggi Richter, wie auch andere Künstler, versuchen den toten Stoff zu beleben, zu beseelen, ihm Ausdruck zu verleihen«.
Anlässlich der Hochzeit einer ihrer Freundinnen sei die Künstlerin zum Malen inspiriert worden, berichtete Horst, und so sei damals ein Spielkartenjoker auf einem Laken mit Dispersionsfarbe entstanden. Dies sei so gut angekommen, so dass sie sich 2006 zu einem Malkurs bei der Volkshochschule in Alsfeld angemeldet habe. Nach vielen Stunden entstand dann das erste Bild in Acryl auf Keilrahmen: »Der Leuchtturm«, das auch in der Ausstellung im Museum zu sehen ist. Es folgten danach Bilder in Acryl, in Öl, mit Bleistift und mit Kohle. In vier Jahren seien über 75 Werke entstanden, die aufgrund der breit ausgelegten Motivwahl und den verschiedensten Mal- und Zeichentechniken den Begriff »Bilderwelten« durchaus verdienten, meinte Bürgermeister Horst. Eines dieser Werke habe auch einen besonderen Platz in seinem Hause gefunden. Er appellierte nicht nur an die Kunstfreunde, sondern auch an die Besucher dieser Ausstellung sich zu überlegen, ob nicht doch das eine oder andere Werke zur Verschönerung der eigenen Wohnung beitragen könne. Für die Künstlerin hoffte er, dass die Ausstellung nicht nur Beachtung finden möge, sondern auch sie Motivation zu neuen Werken und damit auch zu weiteren Erfolgen erhalte werde.
Als Überraschung für die zahlreichen Besucher in der Ständerhalle des Musuems präsentierte Iris Momberger im Anschluss das Erstlingswerk der Künstlerin: Den Spielkartenjoker. Dies sei von den Farben her zwar noch etwas einfach gewesen, aber inzwischen habe Meggi gelernt, dass es eben nicht nur rot, grün, gelb und blau gebe, sondern die Welt auch in zitronengelb, kadmiumgelb, indischgelb, lichtem ocker, zinnoberrot, kadmiumrot, königsblau, ultramarin, indigo, maigrün, laubgrün, olivgrün oder Magenta gesehen werde könne. Die unterschiedlichsten Techniken ermöglichten auch unterschiedliche Ergebnisse. So werde nass in nass gemalt, granuliert, schabloniert, gespachtelt, gedrippt, gemischt oder expressiv gemalt und dies alles mit Palettenmesser, Kammspachtel, Spritzipachtel und Spezialspachtel. Nicht zu vergessen seien aber die Pinsel, und wer glaube, Pinsel sei gleich Pinsel, habe weit gefehlt, meinte Iris Momberger. Sie zählte dann eine ganze Reihe Pinsel auf, wie: Spitz-, Flach-, Rund-, Schräg- und Katzenzungenpinsel entweder in Borste oder synthetisch. Dazu kämen noch Flächen-, Effekt-, Zacken-, Spritz-, Paddel-, Kapsel- und Schablonierpinsel. Zum Abschluss ihrer Ausführungen schenkte sie Meggi Richter eine sehr seltenen Pinsel, den Schwertpinsel, und wünschte ihrer Freundin viel Spaß und Erfolg mit ihrer Ausstellung, die noch bis zum 25. Juli während den Öffnungszeiten des Museums im Vorwerk zu sehen ist.Vor dem offiziellen Rundgang durch ihre »Bilderwelten« dankte die Künstlerin den vielen Helfern, die zum Gelingen der Ausstellungseröffnung beigetragen hatten.