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Selbst das Verhalten der Jünger ließ Jesus leiden

Artikel vom 23.02.2010 - 11.00 Uhr

Selbst das Verhalten der Jünger ließ Jesus leiden

Ulrichstein (au). Mit der »Cantate Domino« eröffnete am Sonntagabend der Evangelische Posaunenchor unter Leitung von Ullrich Leidner die schon zur Tradition gewordenen Passionsmusik in der Evangelischen Stadtkirche.
Die Chorgemeinschaft Ulrichstein trug mit zwei Liedern zur Passionsmusik bei.	(Foto: au)
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Die Chorgemeinschaft Ulrichstein trug mit zwei Liedern zur Passionsmusik bei. (Foto: au)
Im Mittelpunkt des besinnlichen Gottesdienstes am ersten Sonntag der Passionszeit standen Ausführungen von Pfarrer Manfred Hofmann zum Leidensweg Jesus. Er zeigte auf, dass Jesus nicht nur unter dem römischen Statthalter Pontius Pilatus gelitten habe, sondern viel umfassender. So zum Beispiel schon bei der Geburt in einer von Hirten als Stall benutzten Grotte in einem »kleinen Nest« im großen römischen Reich.

Fortgesetzt habe sich das Leiden durch die Flucht vor König Herodes, der alle Kinder in Bethlehem töten ließ. Auch Pharisäer und Schriftgelehrten und sogar seine Jünger hätten keine Ausnahme gemacht, weil sie ihn nicht verstanden oder nicht verstehen wollten. Jesus habe fest gefügte Grenzen durchbrochen und menschliches Denken auf den Kopf gestellt, stellte Pfarrer Hofmann fest. Habe zuvor Auge und Auge, Zahn um Zahn gegolten, so habe Jesus diesem Denken die Liebe und die Vergebung entgegengesetzt. Pfarrer Hofmann gab zu bedenken, dass man heute oft nicht sehe oder nicht wahrnehme, worunter und woran Menschen heute leiden, denn Leid habe vielfältige Gesichter in der Welt. Als Beispiele nannte er: Gelitten unter Hitler, Stalin, der Stasi, dem Altwerden, dem Jungsein, der Arbeitslosigkeit, dem Alleinsein, den Rechtsradikalen, der Ehe oder unter dem eigenen Ich. Gott schenke den Menschen aber einen Neuanfang, begründet im Leiden und Sterben seines Sohnes Jesus. Dafür müsste man dankbar sein und Konsequenzen für das eigene Leben und Verhalten ziehen. »Die Passionszeit will uns dazu ermuntern«, so der Ortsgeistliche. Die Chorgemeinschaft Ulrichstein unter Leitung von Werner Betz sang »Christus der ist mein Leben« und »Machs mit mir Gott nach deiner Güt«. Mehrere Lieder wurden von der Gemeinde mit Begleitung des Posaunenchores oder der Orgel gesungen. An der Orgel spielte Karl-Friedrich Dörr.

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Artikel vom 23.02.2010 - 11.00 Uhr
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