Ulrichstein ist das höchstgelegene Bergstädtchen des Hessenlandes und
liegt in der Ortsmitte rund 500 Meter hoch. Auf dem Schlossberg, um den
sich das Städtchen ausbreitet, stand einst eine wehrhafte Burg. Diese
Burg ist älter als die Stadt.
Die Entstehung des Städtchens fällt in die letzte große Rodungszeit, die vom 11. bis 14. Jahrhundert angesetzt wird und in die alle Orte mit den Namensendungen -rod, -hain, -kirchen, -sassen, -stein und -fels fallen. Im 30-jährigen und siebenjährigen Krieg hatte die Burg eine wesentliche Bedeutung in den Auseinandersetzungen der damaligen Zeit. Ein Soldatengrab von 1759, das heute noch auf der Burgruine gepflegt wird, gibt Zeugnis von dieser Zeit.
Während der Befreiungskriege soll auch Blücher Aufenthalt in dieser Burg genommen haben. In der Zeit nach Napoleon, als die Erfindung des Schießpulvers und verbesserte Handfeuerwaffen immer mehr an Bedeutung gewannen, konnte der zuständige Standesherr aus wirtschaftlichen Gründen seine zahlreichen Burgen, darunter auch Ulrichstein, nicht mehr baulich unterhalten und sie wurden dem Verfall überlassen. 1826 wurde dann die Burg abgebrochen, und heute künden nur noch Ruinenteile von dem einst wehrhaften standesherrlichen Verwaltungssitz. Dieses ruinengekrönte Wahrzeichen von Ulrichstein trägt heute einen Aussichtsturm, von dem ein herrlicher Rundblick in die Hessische Mittelgebirgslandschaft möglich ist.
Ein Ehrenfriedhof des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, wo 132 Kriegstote umgebettet wurden, hat dort seine würdige Lage gefunden.
Im Jahre 1972 schlossen sich die Stadt Ulrichstein, die Gemeinden Kölzenhain, Feldkrücken und Rebgeshain aus dem Landkreis Lauterbach sowie die Gemeinden Bobenhausen II, Helpershain, Ober-Seibertenrod, Unter-Seibertenrod und Wohnfeld aus dem Landkreis Alsfeld zu einer neuen Gemeinde zusammen. Ulrichstein ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Fern ab von der Hektik der modernen Zeit findet man hier Ruhe und Entspannung. Doch fristet Ulrichstein kein verschlafenes Dasein. Vielmehr bietet es seinen Gästen reichlich Abwechslung.
In einem Ort mit etwa 1000 Einwohnern behält man leicht die Übersicht und verläuft sich nicht so schnell. Die "Mullstaaner", wie sie der Volksmund nennt, mögen Gäste und zeigen ihnen gerne ihre Heimatstadt. Im hohen Vogelsberg hat die Stadt Ulrichstein den bundesweit ersten kommunalen Windenergiepark errichtet. Als Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Ulrichstein und der Landes-Energieagentur Hessen-Energie GmbH entstanden vier Anlagen mit je 500 kW Nennleistung. Ein weiterer kommunaler Windenergiepark mit insgesamt 8 WKAs a 500 kW Nennleistung wurde 1997 errichtet.
Die Windkraftanlagen im Windpark Ulrichstein erzeugen im Mittel etwa 5000 MWh elektrische Energie pro Jahr und versorgen somit rund 2200 Haushalte mit Strom. Ein Windenergie-Lehrpfad informiert über Technik und Perspektiven der Windenergienutzung.