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Aus Vogelsberger Weidegras soll Energie werden

Artikel vom 10.03.2010 - 21.03 Uhr

Aus Vogelsberger Weidegras soll Energie werden

Vogelsbergkreis (au). Der Traum vieler Akteure ist Wirklichkeit geworden, meinte Karl-Peter Mütze, Leiter des Amtes für den ländlichen Raum anlässlich der Inbetriebnahme der Versuchsanlage zum Energieprojekt »Prograss«. Mit Hilfe der Anlage soll künftig Biomasse aus Naturschutzflächen in speicherbare Energie umgewandelt werden.
Energie von der Wiese: Im Lauterbacher Stadtteil Frischborn ist in dieser Woche eine Versuchsanlage im Rahmen des Energieprojekt
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Energie von der Wiese: Im Lauterbacher Stadtteil Frischborn ist in dieser Woche eine Versuchsanlage im Rahmen des Energieprojektes »Prograss« in Betrieb gegangen. Mit Hilfe dieser Anlage soll Biomasse von Naturschutzflächen in speicherbare Energie umgewandelt werden. Denn die biologische wertvollen Wiesen und Weiden können allein durch Tiere, die dort fressen, derzeit nicht ausreichend genutzt werden. (Foto: au)
»Wir sind stolz darauf, in diesem richtungsweisenden Projekt als Partner mitwirken zu können«, meinte Landrat Rudolf Marx in seinem Grußwort. Hintergrund des Vorhabens: Durch den Strukturwandel in Landwirtschaft und die stark zurückgehende Zahl der Rauhfutter fressenden Tiere gibt es ein Nutzungsproblem auf biologisch wertvollen Wiesen und Weiden.

Nur durch Beweidung sei das Problem der Unternutzung des artenreichen Grünlands nicht in den Griff zu bekommen. Das Projekt Prograss ist auf diejenigen Biomassenpotenziale ausgerichtet, die bislang keinen oder nur einen geringen Marktwert hatten. Damit stehe das Projekt nicht in Konkurrenz zur klassischen Landwirtschaft wie beispielsweise den Milchvieh haltenden Betrieben, betonte Marx.

Die Grußworte des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz überbrachte Birgit Hofmann. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass Hessen als eine der drei Regionen in Europa an diesem Projekt mitwirken könne.

Professor Dr. Michael Wachendorf (Universität Kassel) erläuterte das Projekt. Es umfasst vier Arbeitsgebiete. So soll mit Hilfe der für das Projekt konstruierten mobilen Bioenergieanlage an drei Standorten in Europa, Vogelsbergkreis (Deutschland), Middle Ceredigion (Wales/Großbritannien) und Tartu (Estland) die energetische Verwertung von Naturschutzgrünland demonstriert werden. Anhand des Prototyps werde die technische Machbarkeit dieses Verwertungskonzeptes beurteilt. Dazu zähle die Eingliederung in landwirtschaftliche Wirtschaftssysteme und Stoffkreisläufe. Das Ziel der betriebswirtschaftlichen Untersuchungen sei die Abschätzung regionaler sozio-ökologischer Effekte. Auch der Status der botanischen Vielfalt und Einsparpotenziale an Treibhausgasen und fossilen Brennstoffen werden betrachtet. Zudem soll ein Netzwerk aufgebaut werden.

Umfassende technische Erläuterungen gab es von Lutz Bühle, der am Nachmittag die Anlage auf dem Sonnenhof im Lauterbacher Stadtteil Frischborn präsentierte. Über 40 Fachleute aus drei europäischen Ländern hatten sich an drei Tagen im Vogelsbergkreis über das Prograss-Projekt informiert. So wurden am Montag im »Wilden Mann« in Bermuthshain die teilnehmenden Regionen vorgestellt. Ausgewählte Flächen in Herchenhain und Sichenhausen wurden in Augenschein genommen und auf dem Hoherodskopf erhielten die Teilnehmer Informationen über die Bewirtschaftung von Waldwiesen durch Rudolf Frischmuth.

Abschluss am Montag war eine Führung durch das Schloss Eisenbach. Nach der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage fanden noch weitere Gespräche in Bermuthshain statt. Erste Führungen an der Anlage in Frischborn sollen in etwa 14 Tagen stattfinden.

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Artikel vom 10.03.2010 - 21.03 Uhr
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