Homberg (ks). Von Plänen für Neu-Ulrichstein und Nieder-Ofleiden, die neue Arbeitsplätze in die Ohmstadt bringen könnten, berichtete Bürgermeister Volker Orth am Donnerstagabend in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die vor drei Zuhörern im alten Brauhaus stattfand.
Post: »Suchen neuen Partner«
Wie Post-Pressesprecher Thomas Kutsch auf Anfrage sagte, wurde der Vertrag mit dem bisherigen Betreiber der Postagentur in der Marktstraße 44 aus »wichtigen Gründen« zum 15. September beendet. Man sei auf der Suche nach einem neuen Partner, bislang ohne Erfolg. Die Post setze die Suche fort, um bis zum Stichtag einen neuen Betreiber zu finden und einen reibungslosen Übergang zu erreichen mit einer Partnerfiliale, die günstig gelegen sei. Bedenken, die Post könne sich ganz zurückziehen, zerstreute Kutsch. Das gehe gar nicht, weil ab 2000 Einwohnern ein Poststandort vorhanden sein müsse. (ks)
Danach hat die neu gegründete Industriepark N-O GmbH das Betriebsgelände der Firma Gebhardt (»Palette«) gekauft und beabsichtigt dort den Betrieb eines Industrieparks, der zahlreichen Betrieben die Möglichkeit zur Ansiedlung bieten soll. Hierzu wünscht die Firma allerdings, um mehr Spielraum zu haben, dass die Nutzung von Gewerbegebiet in Industriegebiet geändert wird. Dazu muss der Bebauungsplan »In der großen Fellache« geändert werden. Die Stadtverordneten sprachen sich einstimmig für den Entwurf des Bebauungsplans und die öffentliche Auslegung aus, gleichzeitig soll das Thema noch im Bau- und Umweltausschuss beraten werden.
Ferner gebe es ein Entwicklungskonzept für das ehemalige landwirtschaftliche Versuchsgut in Neu-Ulrichstein mit dem Ziel, dort ein Forschungszentrum einzurichten. Verschiedene Institute sollten dort neben dem bereits vorhandenen angesiedelt werden, so Bürgermeister Volker Orth. Sollten die Pläne in der jetzigen Form umgesetzt werden, »dann könnten rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen«, meinte Orth. Kein Interesse von Firmen gibt es dagegen bislang am geplanten neuen Gewerbegebiet der Stadt am Roten Berg, so Orth auf Anfrage von Dr. Claus Gunkel, dort müsste die Stadt auch im Fall des Falles erst Flächen ankaufen. Lange war es still um das Projekt geworden, jetzt lägen aber konkrete Pläne vor, das Alten- und Pflegeheim nahe der »Pletschmühle« zu bauen, berichtete der Bürgermeister weiter. Auch dort könnten viele Arbeitsplätze entstehen. Eine negative Entwicklung scheint sich dagegen in Sachen Postfiliale in der Marktstraße abzuzeichnen. Denn der Vertrag zum Betrieb der Filiale in einem Ladengeschäft wurde gekündigt, so der Bürgermeister. Jetzt sei die Post auf der Suche nach einem neuen Standort, so Orth, der Unverständnis äußerte, schließlich habe die Post im Güntersteiner Weg über ein eigenes Gebäude verfügt.
»Aussiedlerhof kann 200 Meter entfernt von Baugebiet in Gontershausen bestehen«
Was den alten Bahnhof angeht, so habe die Bahn darum gebeten, dort derzeit keinen versiegelten Parkplatz anzulegen. Dieser werde für die anstehende Stein-Expo auch nicht benötigt, so Orth. Aus alten Unterlagen gehe hervor, dass die Stadt der Bahn das Gelände 1897 kostenlos überlassen habe, nun wolle man es möglichst »günstig zurück.« Der Bebauungsplan »Auf den Hammeläckern« in Maulbach wurde einstimmig gebilligt. Das gilt auch für den Bebauungsplan »Über dem Kirchpfad« in Gontershausen. Hier gab es allerdings Bedenken, ob sich die geplanten beiden Bauplätze mit einem landwirtschaftlichen Aussiedlerhof in der Nähe »vertragen.« Mittlerweile hat man sich laut Bürgermeister aber so verständigt, dass die Entfernung von 200 Metern die Koexistenz von Aussiedlerhof und Baugebiet zulasse. Ebenfalls einstimmig wurde eine geplante Änderung am Bebauungsplan »Auf den Sandäckern II« in der Kernstadt zur Beratung an den Bau- und Umweltausschuss verwiesen. Durch eine Änderung im Plan sollen »nicht ansehnliche Nutzungen« wie etwa ein Schrotthandel verhindert werden.