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Vergnügliches Stündchen mit Wilhelm Busch verbracht

Artikel vom 01.09.2010 - 08.00 Uhr

Vergnügliches Stündchen mit Wilhelm Busch verbracht

Gemünden-Rülfenrod (sf). Auf dem Hofgut von Baron Bernhard Schenck zu Schweinsberg und Baronin Annemarie wurde am Freitag Abend ein heiteres Wilhelm-Busch-Programm präsentiert.
Musikalisch inszenierte Gedichte nach Wilhelm Busch gab es im Hofgut Rülfenrod zu erleb en. 	(Foto: sf)
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Musikalisch inszenierte Gedichte nach Wilhelm Busch gab es im Hofgut Rülfenrod zu erleb en. (Foto: sf)
Das »Freie Theater Tübingen« mit Klaus Möller, Uwe Bauer und der in Mücke-Sellnrod wohnenden Schauspielerin Elke Hirschmann wartete mit einem reizvoll-charmanten Programm mit 36 musikalisch untermalten Gedichten auf. Ein wahrlich vergnügliches Stündchen stand den über 60 Gästen aus nah und fern bevor, die gekommen waren. Baron Schenck zu Schweinsberg hieß die Besucher willkommen und stimmte auf das Programm ein. Wilhelm Busch wurde 1832 im niedersächsischen Wiedensahl geboren. Eigentlich wollte er Maler werden, aber noch mehr zog es ihn zur Dichtkunst. Mit Max und Moritz wurde er schon zu Lebzeiten berühmt und konnte einen Welterfolg feiern. 1874 erschien sein Werk »Kritik des Herzens«. Busch gilt mit seinen satirischen Bildergeschichten als ein Klassiker des deutschen Humors. Viele seiner Zweizeiler wie »Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr« oder »Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich« sind zu festen Redewendungen geworden. Seine Satiren verspotten häufig Eigenschaften einzelner Typen oder Gesellschaftsgruppen. So griff er in Bildergeschichten die Selbstzufriedenheit und zweifelhafte Moralauffassung des Spießbürgers und die Frömmelei bürgerlicher und geistlicher Zeitgenossen an. Ein besinnliches Gitarrenstück von Uwe Bauer eröffnete den Abend. Es folgte die szenische Darbietung der Gedichte. Schrill war das Spiel mit einem Stuhl oder als Klaus Möller beispielsweise das Huhn parodierte, das, von seiner Besitzerin übermäßig gefüttert, immer fauler und fauler wurde. Elke Hirschmann und Klaus Möller spielten ihre Rollen brillant, meisterlich begleitet und untermalt durch Uwe Bauer mit seiner Gitarre. Sprache, Mimik und Gesten der Schauspieler verbanden sich mit den variantenreichen »Geräuschen« der Gitarre zu einem eindrucksvollen Ganzen. Immer wieder gaben Klaus Möller und Elke Hirschmann den Texten Zeit zu wirken, ließen durch Pausen Raum für mimisches Spiel. Der zweistimmige Moritatengesang war unvergleichlich und strapazierte das Zwerchfell der Gäste. Sicherlich bleibt die Szene, in der die Ehefrau einen Strumpf strickt, während ihr Mann die Zeitung liest und seiner Frau nur das seiner Meinung nach »Nötigste« mitteilt, in bester Erinnerung. Die großartige Mimik und das gestenreiche Spiel zeigten das Können der Schauspieler. Auch verschrobene und teils schrullige Szenen lösten bei den Besuchern Lachanfälle und anhaltenden Applaus aus. So war es verständlich, dass die Künstler erst nach einigen Zugaben die Bühne verlassen durften.

Nach der Vorführung saß man in kleinerem Kreis noch lange in gemütlicher Atmosphäre und lebhaftem Gespräch mit den Künstlern zusammen. Auch einige Gedichte wurden rezitiert.

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Artikel vom 01.09.2010 - 08.00 Uhr
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