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Vogelsberg soll gentechnikfreie Region werden

Artikel vom 19.01.2012 - 07.16 Uhr

Vogelsberg soll gentechnikfreie Region werden

Vogelsbergkreis (jol). Der Vogelsberg auf dem Weg zur gentechnikfreien Zone. In der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses kündigte 1. Kreisbeigeordneter Manfred Görig an, dass die Verwaltung prüft, wie man agro-gentechnikfreie Produkte eindeutig auszeichnen kann.

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Dr. Hamel (li.) warb für gentechnikfreie Landwirtschaft, daneben Ausschussvorsitzender Herchenröder, 1. Beigeordneter Görig, Amtschef Mütze, Kreislandwirt Reinhardt. (jol)
Vogelsbergkreis (jol). Der Vogelsberg auf dem Weg zur gentechnikfreien Zone. In der jüngsten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses kündigte 1. Kreisbeigeordneter Manfred Görig nach der Diskussion mit Dr. Peter Hamel von »Zivilcourage Vogelsberg« an, dass die Verwaltung prüft, wie man agro-gentechnikfreie Produkte eindeutig auszeichnen kann. Auf den Verbraucher kommt es an, wenn man Milch, Fleisch und andere Nahrungsmittel von gentechnisch veränderten Pflanzen freihalten will, hieß es. So sollen Restaurants, Bäckereien und Bauernhöfe mit dem Label »Ohne Gentechnik« ausgestattet werden – auch als Tourismuswerbung.

In der Ausschuss-Debatte unter Leitung von Gerhard Herchenröder (Grüne) über einen Antrag der Linken gab es auch kritische Anmerkungen zu dieser Bevorzugung der gentechnikfreien Landwirtschaft. So verwies Klaus-Peter Mütze darauf, dass gentechnikveränderte Produkte weit verbreitet seien, so bei der Käseherstellung.

Mario Döweling kündigte für die FDP an, dass man »forschungsfeindliche« Vorhaben nicht mittrage. Das wies Dr. Peter Hamel weit von sich, weil nur der Marktführer bei Agro-Gentechnik, Monsanto, forschungsfeindlich sei: Er erlaube »keine unabhängige wissenschaftliche Forschung mit vom Konzern hergestellten Gentech-Produkten«. Deshalb greift Zivilcourage auf Erfahrungswerte aus den USA zurück, die Gefahren durch gentechnisch veränderte Produkte vom Acker aufzeigen.

Herchenröder wies darauf hin, dass er sich mehrfach bemüht habe, Forscher zum Thema von der Universität Gießen zur Beratung über einen Linken-Antrag hinzuzuziehen, sie hätten aber wegen Terminüberschneidungen abgesagt. So stand das Referat Hamels im Mittelpunkt. Der Landwirt aus Schwalmtal wendet sich seit Jahren in der Initiative Zivilcourage Vogelsberg gegen Agro-Gentechnik. Seine Kritik: Landwirte gehen ein großes Risiko ein. So würden Folgen von Verunreinigungen benachbarter Äcker am Landwirt hängen bleiben, Versicherungen hierfür gibt es nicht. Zudem klagten US-Landwirte über die Vermehrung von Unkraut, das inzwischen gegen das Mittel Glyphosat (Round up) resistent ist. Das ist deshalb tragisch, weil 87% der gentechnisch veränderten Pflanzen gegen Glyphosat resistent sind und somit immer mehr Äcker nicht mehr mit Gentech-Pflanzen bebaut werden könnten. Zur Erinnerung: Gentech-Pflanzen sollen höheren Ertrag bringen, weil sie auf Äckern wachsen, die mit Glyphosat freigeräumt werden. Über mehrere Jahre hinweg sinke der Bodenertrag.

Verbraucher für regionale Produkte

Hamel wies auf weitere negative Folgen der Gentech-Nutzung hin. Glyphosat bindet Mineralien im Boden, Gentech-Soja als Viehfutter enthalte zu wenig der lebenswichtigen Stoffe, Fehlgeburten seien die Folge. Die veränderten Genstücke gingen auf Bodenbakterien über und würden in Getreide, Fleisch und Milch finden. In den USA wurde eine Zunahme von Magenbeschwerden (Reizmagen) seit Einführung der Gentechnik-Landwirtschaft festgestellt, so Hamel.



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Artikel vom 19.01.2012 - 07.16 Uhr
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