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Schnee und Eis lähmen Europa - rund 290 Kältetote

Artikel vom 05.02.2012 - 19.53 Uhr

Schnee und Eis lähmen Europa - rund 290 Kältetote

Berlin/Rom/Belgrad (dpa) - Der Winter wird immer gefährlicher: Eine Woche nach dem Frosteinbruch machen Schneemassen und Blitzeis Europa zu schaffen. Rund 290 Menschen starben bislang in der Kälte. Der stärkste Schneefall seit Jahrzehnten löste vor allem in Serbien und Italien ein Verkehrschaos aus.
Eis im Main-Donau-Kanal
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Ein Schiff im Main-Donau-Kanal: Eisschollen behindern derzeit den Schiffsverkehr. Foto: Armin Weigel
© dpa
In Rumänien und Bulgarien kam nach dem Schnee der Regen und sorgte für tückisches Glatteis. Zehntausende blieben ohne Strom. Soldaten wurden zu Räumarbeiten eingesetzt. In Deutschland war die Nacht zum Sonntag mit minus 28 Grad die bisher kälteste Nacht des Winters. Und es soll noch kälter werden. Zugleich sind neuer Schnee und Stürme angekündigt.

In Mittel- und Süditalien herrschte Winterchaos. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Bis zu 120 000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder Autos stecken. In Rom und anderen Städten befreiten Soldaten die Straßen von Schnee und Eis. In den Abruzzen nahe Rom wurde der Notstand ausgerufen.

Angesichts einer bis zu zwei Meter hohen Schneedecke galt in Serbien am Samstag in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollten diese Woche geschlossen bleiben. Die Regierung in Belgrad rief die Bürger zur Hilfe beim Schneeräumen auf. Lawinen schlossen etwa 90 Menschen in einem Straßentunnel in Montenegro 24 Stunden lang ein. Im kroatischen Dalmatien galt der Notstand.

Erst Schneestürme, dann Regen in Teilen Bulgariens, Rumäniens und Griechenlands. Befahrbar waren praktisch nur die Hauptstraßen auf der Route von US-Außenministerin Hillary Clinton, die sich kurz in der bulgarischen Hauptstadt Sofia aufhielt. In zwei Gemeinden im Süden wurde der Notstand ausgerufen. Ein Stausee drohte überzulaufen. Der schnell gefrierende Regen verwandelte viele Landstraßen in Rutschbahnen. In Nordgriechenland beschädigten die Fluten Hunderte Geschäfte und Häuser. Eine 80-jährige Frau ertrank in ihrem Haus.

Dem harten Winter fallen europaweit vor allem Obdachlose zum Opfer. Allein in der Ukraine fanden bislang insgesamt 131 Menschen den Kältetod. Dort erfroren am Wochenende wieder 30 Bürger bei Rekordtemperaturen von minus 30 Grad; in Rumänien waren es zehn Menschen und damit seit Ausbruch der Kältewelle insgesamt 34. In Polen starben laut Regierung am Samstag und Sonntag 15 Bürger im Frost. Dort erlitten bislang insgesamt 53 Menschen den Kältetod. Im Baltikum kostete der Frost weiteren fünf Menschen das Leben.



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Artikel vom 05.02.2012 - 19.53 Uhr
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