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Skandal um Organspenden an Göttinger Uniklinik

Artikel vom 20.07.2012 - 15.38 Uhr

Skandal um Organspenden an Göttinger Uniklinik

Göttingen (dpa) - Ein Skandal um Spenderorgane erschüttert die Göttinger Universitätsklinik. Ein ehemaliger Oberarzt soll im großen Stil Akten gefälscht und die eigenen Patienten beim Empfang von Spenderlebern bevorzugt haben.
Organspende
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Von den 12 000 Menschen, die in Deutschland auf eine Organspende warten, sterben im Durchschnitt jeden Tag drei. Foto: Frank May/Archiv
© dpa
Der Fall sei unglaublich, sagte der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation, Hans Lilie, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Er habe sich nie vorstellen können, dass ein deutscher Arzt so handele. Nach Angaben der «Süddeutsche Zeitung» könnten sich die Vorwürfe zum größten Betrugsfall in der Geschichte der deutschen Transplantationsmedizin ausweiten.

Der 45-Jährige steht im Verdacht, in mindestens 25 Fällen Daten manipuliert zu haben. Der Krankheitszustand seiner Patienten soll dabei kritischer dargestellt worden sein, um die Chancen auf Spenderorgane zu verbessern. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig ermittelt wegen Bestechlichkeit.

Der Vorstand des Uniklinikums zeigte sich am Freitag erschüttert und rätselte über die Hintergründe. Geld könnte eine Rolle gespielt haben, sagte Vorstandsmitglied Martin Siess. Bisher sei aber nichts erwiesen. Möglicherweise habe der Mediziner Helfer gehabt. «Es ist unwahrscheinlich, dass nur eine Person an den Manipulationen beteiligt war», sagte er. Dazu seien Zahl und Umfang der Manipulationen zu groß gewesen.

Um die Affäre aufzuklären, hat die Bundesärztekammer eine Task Force eingerichtet. Für die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist der Mediziner kein Unbekannter. Die Ermittler seien bislang aber nur einen Fall von manipulieren Krankenakten informiert gewesen, sagte Sprecher Klaus Ziehe. Dabei geht es um den Verdacht, der 45-Jährige könnte Geld von einem russischen Patienten dafür angenommen haben, dass diesem in Göttingen bevorzugt eine Spenderleber implantiert wurde.

Einem Krankenhaussprecher zufolge hat der ehemalige Oberarzt alle Vorwürfe bestritten. Die Klinik hatte sich von dem Mediziner getrennt, nachdem der erste Manipulationsfall bekanntgeworden war.

«Wenn die Vorwürfe zutreffen, dann müssen die Gerichte die Verantwortlichen sehr hart und abschreckend bestrafen», sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Samstagsausgaben). Er sprach von einem «krassen Einzelfall».«Hier haben weder die Ärztekammer noch die Göttinger Uniklinik versagt.» Wenn Laborwerte gefälscht würden, sei das durch Kontrolle nicht in den Griff zu bekommen.



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Artikel vom 20.07.2012 - 15.38 Uhr
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Leserkommentare
(21.07.2012 12:30)
Max Mustermann
@HilomarHirnschrodt
Wie Ihnen vielleicht entgagen ist, ist der Körper ohne ein funktionierendes Gehirn überhaupt nicht lebensfähig. Einzig zum Zwecke der Organspende wird dann die "Hülle" am Leben erhalten, um eine Spende durchführen zu können. Das geht bei weitem nicht bei jedem Patienten der verstirbt.
(20.07.2012 17:06)
HilmarHirnschrodt
Riesen Geschäft
Leider wird zum Thema Organspende nur sehr einseitig informiert; gut gelungene Musterfälle werden medial breit dargestellt - die viel häufigeren Problemfälle und Schattenseiten werden systematisch verschwiegen. Denn neben den allseits bestens nachvollziehbaren vitalen Interessen der Organempfänger geht es für die Transplantationen Durchführenden in unserer vor allem monetär geprägten Gesellschaft auch bei der s. g. Organspende vor allem um viel Geld und Ruhm für Kliniken, Pharmaindustrie und Ärzteschaft - und jeder Mensch sollte sich sehr genau überlegen ob er seine für Transplantationszwecke begehrten Teile seines Körpers dafür hergeben will - auch wegen der großen Missbrauchsgefahr - denn für Geld und Ruhm gibt es für viele Karrieristen bekanntlich keine Tabus - man beachte beispielsweise nur die aktuelle Diskussion um viel zu viele unnötige Operationen! Von wegen Organspende nach dem Tod. Mit einem toten Körper und toten Organen kann niemand etwas anfangen. Denn die Organe müssen leben und in einem aufwändigen Verfahren dem noch lebenden Körper entnommen werden, wenn sie transplantationsfähig bleiben sollen. Das ist der Grund, warum der Kunstbegriff "Hirntod" erfunden wurde, um zu suggerieren, dass der Körper zwar noch lebt aber das Gehirn bereits für immer inaktiv sein soll. Und in der absurden Konstruktion "Hirntod" liegt das Problem, denn es bedeutet eigentlich "Halbtod" - das Gehirn und dessen Funktionen soll angeblich tot sein, aber der Körper lebt noch. Diese Definit
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