33-jährige Mutter wegen Mordes an drei Babys angeklagt
Die fehlende Bindung zum Neugeborenen könnte eine Mutter nach Ansicht des Potsdamer Psychologie-Professors Günter Esser dazu bringen, ihren Säugling zu töten. »Sie haben eine massive Abneigung gegenüber dem Kind«, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. »Vieles hängt damit zusammen, dass das Mitgefühl für den Säugling nicht existiert und er für die Mütter nicht etwas Beschützenswertes ist, sondern Quell des Ärgers und die Ursache dafür, dass es ihnen schlecht geht«, sagte der Experte. Die 33-jährige Frau aus Villmar, die sich vor dem Landgericht Limburg verantworten muss, habe ihre Kinder offensichtlich ähnlich wahrgenommen. Bei ihrer Vernehmung hatte die Frau angegeben, dass ihr die Säuglinge »zur Last gefallen seien«.
Anders als im Fall der 33-Jährigen, die ihre Kinder erst Wochen nach der Geburt mit einem Spucktuch erstickt haben soll, verdrängten viele der meist jungen Mütter Essers Angaben zufolge die Schwangerschaft. »Ich kenne eine Reihe von Fällen, für die kam die Geburt deshalb völlig überraschend. Die haben das so lange verdrängt, bis sie das Kind beispielsweise alleine auf der Toilette entbunden haben«, sagte der Leiter des Lehrstuhls Klinische Psychologie/Psychotherapie an der Universität Potsdam. Bei den bekannten Fällen hätten die Frauen auch kaum Rückhalt von der Familie oder ihrem Ehemann erhalten. »Die Frauen haben selber Probleme mit Bindungen und häufig auch mit ihrem Partner. Da ist keine Gemeinsamkeit und keine Unterstützung da.«
In unserer Beilage finden Sie eine Querschnitt dessen, was Kinder im Rahmen unseres Projekts »Zeitung in der Grundschule« zwischen September und Dezember 2011 erarbeitet haben. » zur Sonderbeilage
21. Kalenderwoche, 145. Tag des Jahres Sternzeichen: Zwillinge Namenstag: Dagmar, Esther, Franz HISTORISCHE DATEN
2010: In Tel Aviv beginnt der Prozess gegen die israelische Journalistin Anat Kam, die etwa 2000 geheime Armeedokumente gestohlen haben soll. Sie ist der Spionage angeklagt.