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33-jährige Mutter wegen Mordes an drei Babys angeklagt

Artikel vom 26.01.2012 - 08.48 Uhr

33-jährige Mutter wegen Mordes an drei Babys angeklagt

Limburg (dpa). Die drei Babys hatten nur ein kurzes Leben: Die Mutter soll die Säuglinge schon in den ersten Wochen nach ihrer Geburt erstickt haben. Gegen die 33-jährige Altenpflegehelferin aus Villmar begann am Mittwoch der Prozess vor dem Landgericht Limburg.

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Die 33-Jährige soll ihre eigenen drei Säuglinge getötet haben. (Foto: dpa)
Die Anklage wirft ihr dreifachen Mord vor. Die Frau hatte nach ihrer Festnahme im September vergangenen Jahres zunächst gestanden, ihre Kinder getötet zu haben. Vor Gericht bestritt sie nun allerdings die Vorwürfe.

»Ich will sagen, dass ich meine Kinder nicht getötet habe«, sagte die Angeklagte vor Gericht. Sie wisse nicht, warum sie bei der Polizei die Schuld auf sich genommen habe. Weitere Aussagen wolle sie in dem Verfahren nicht machen.

Die Frau soll die drei Kinder in den Jahren 2004, 2006 und 2009 erstickt haben. Laut Staatsanwaltschaft stopfte sie ihnen ein Spucktuch in den Mund und hielt den Säuglingen die Nase zu. Das Mädchen und die beiden Jungen wurden lediglich zwischen 16 Tagen und drei Monaten alt. Der Staatsanwalt wirft der 33-jährigen in der Anklage vor, dass sie »ihre Ruhe haben« wollte, wenn die Säuglinge schrien.

Die Ermittler waren erst nach dem Tod des dritten Kindes auf die Frau aufmerksam geworden. Es war ihnen wie auch Gerichtsmedizinern rätselhaft vorgekommen, dass ein plötzlicher Kindstod dreimal in derselben Familie vorgekommen sein sollte. Das Gericht vernahm den Ehemann als Zeugen. Er sei erst nach dem Tod des ersten Kindes aus Russland nach Deutschland gekommen, sagte der 30-Jährige aus. Seine deutschstämmige Frau sei 2004 schwanger nach Villmar zu ihrer Mutter gezogen. Von seiner toten Tochter habe ihm seine Schwiegermutter telefonisch berichtet, weil seine Frau nur geweint habe. Vom Tod des zweiten Kindes habe er durch einen Anruf seiner Frau erfahren. »Wir haben nicht geglaubt, dass es sterben kann«, sagte der 30-Jährige, dessen Aussage von einer Dolmetscherin übersetzt wurde. Zu Hause sei ihm seine Frau mit den Worten »Das kann doch nicht wahr sein« in die Arme gefallen.

Trotzdem hätten sie sich für ein weiteres Kind entschieden. Ärzte hätten ihnen nach dessen Geburt einen Überwachungsmonitor für daheim empfohlen, der die Atmung des Kindes kontrollierte. Er habe stets Nachtwache bei dem Jungen gehalten und sei von seiner Frau frühmorgens abgelöst worden. Eines Morgens sei seine Frau rund 15 Minuten später zu ihm gekommen und habe gesagt, das Kind atme nicht mehr. Er traue seiner Frau nicht zu, die Kinder getötet zu haben, erklärte der Ehemann der Angeklagten.

Seine Aussage und die seiner Frau gegenüber einem Psychiater machten aber auch erhebliche Eheprobleme deutlich: Alkohol, übermäßige Computernutzung durch ihn und der Vorwurf der Vernachlässigung seiner weinenden Ehefrau, wie der 30-Jährige vor Gericht einräumte. Das Paar hat keine weiteren Kinder.



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Artikel vom 26.01.2012 - 08.48 Uhr
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