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Augensteine in 189 Ländern zu finden

Artikel vom 09.03.2010 - 21.59 Uhr

Augensteine in 189 Ländern zu finden

Marburg - Die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle am Biegeneck, die vom örtlichen Kunstverein unter Leitung von Dr. Gerhard Pätzold getragen wird, zeigt aktuelle Werke von zwei Frankfurtern. Beide studierten um 1980 an der Städel-Schule und lehrten später dort.
Volker Steinbachers »Augensteine« findet man nahezu weltweit.	(Foto: dkl)
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Volker Steinbachers »Augensteine« findet man nahezu weltweit. (Foto: dkl)
Dass sie nun erstmals gemeinsam in einer Ausstellung zu sehen sind, verdankt sich Prof. Sigrid Hofer, Kunsthistorikerin der Philipps-Universität und im künstlerischen Beirat des Kunstvereins.

UKE Diekmann (* 1954) arbeitet in verschiedenen Medien: neben Malerei und Zeichnung sind dies Installationen und Videos auf Großleinwand. Seine Kunst lebt von seinem »tiefsinnigen Humor mit bisweilen tragikkomischen Akzenten«, wie es ein Kritiker formulierte. Vielfach sind es Alltagserfahrungen, die in seine Arbeit einfließen. So halten etwa künstliche Blumen Monologe über alltägliche Begebenheiten. Oder er filmt sich selbst im Badezimmer, schockiert über die Entdeckung der Fettpolster an den eigenen Hüften. Faszinierend seine kleinteiligen »Intarsien«, eine Art Weiterentwicklung des Scherenschnitts. Am Computer komponiert, in der Realität ausgeschnitten, eingefärbt und hinterlegt sind in DIN A4-Größe ironische Zitate auf Kunstwelt und Politik nachzulesen. Irgendwie scheinen alle der Werbewelt zu entstammen. - Volker Steinbacher (* 1957) zeigt großformatige Papierarbeiten unter dem Titel »kopf über - land unter«, in denen er Landschaften »im Dialog mit dem Material« erstellt. Das heißt, er zeichnet nicht nach der Natur, sondern kreiert selbst in fließende Farbe hinein. Vor zehn Jahren begann er eher zufällig mit dem »Weg der Steine«: auf gefundene Scherben malte er mit Tusche Augen. Die Menschen nahmen die Augensteine mit, sodass sie sich über verschiedene Städte und Länder verteilten. Dann begann er systematisch eine »friedliche Form der Weltbesetzung«, indem Menschen die Steine in alle Welt trugen - einer gelangte sogar zur internationalen Weltraumstation - und dies mit Foto und Text dokumentierten. Mittlerweile steht die Aktion kurz vor dem Abschluss, von 194 Staaten weltweit fehlen noch fünf. In der Ausstellung ist ein Film darüber zu sehen und im Internet sind die einzelnen Orte nachzulesen unter www.wegdersteine.de.

Es erscheinen zwei Kataloge, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und vom Marburger Kunstverein. Die Ausstellung dauert bis 22. April, Eröffnung ist am Freitag, 12. März, um 18 Uhr. Die Einführung übernimmt Ortrud Toker, Kunsthistorikerin aus Frankfurt. Dagmar Klein

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