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»Lahntal Guerilla«: Feiern bis die Hütte brennt

Artikel vom 24.04.2009 - 22.00 Uhr

»Lahntal Guerilla«: Feiern bis die Hütte brennt

Marburg/Wetter (pm). Eine hochkarätig besetzte Band feiert am Freitag (1. Mai) beim Mai-Einsingen auf dem Marktplatz in Wetter Premiere: "Lahntal Guerilla".
Die »Lahntal Guerilla« (von links):  Tommy Fischer, Danny Müller, Ralf Erkel, Ole Rausch und Frieder Gottwald	(Foto: Isabel Arno
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Die »Lahntal Guerilla« (von links): Tommy Fischer, Danny Müller, Ralf Erkel, Ole Rausch und Frieder Gottwald (Foto: Isabel Arnold)
Marburg/Wetter (pm). Ihre Referenzliste liest sich wie ein »Who Is Who« der deutschen Popszene: Laith Al-Deen, Jule Neigel, Sabrina Setlur, »No Angels« und Guildo Horn sind nur einige der großen Namen, mit denen die Musiker der »Lahntal Guerilla« im Laufe der letzten Jahre gearbeitet haben. Die hochkarätig besetzte Band feiert am Freitag (1. Mai) beim Mai-Einsingen auf dem Marktplatz in Wetter Premiere.

Die Gründer der fünfköpfigen Band - Frieder Gottwald, Ralf Erkel und Ole Rausch - sind somit auch alles andere als Unbekannte in der Region; gibt es doch nur wenige, die wie sie den Sprung aus der heimischen Szene ins Profilager der Pop-Elite geschafft haben. Nach großen Erfolgen als Begleitmusiker, setzen sie nun mit ihrer ganz eigenen Interpretation von Volksmusik zum großen Wurf an.

»Wir möchten beweisen, dass Volksmusik etwas anderes sein kann, als seichte volkstümliche Unterhaltungssoße, die Samstag abends aus den Fernsehern quillt«, sagt Erkel und Gottwald ergänzt: »Wir wollen uns eine Musikgattung zurückerobern, deren Ursprünglichkeit und Energie völlig ins Abseits geraten ist. Ich kenne keinen in meiner Generation, der nicht alleine beim Wort Volksmusik sofort abwinkt.« Aus dem ehrgeizigen Ziel, so Gottwald weiter, erkläre sich auch der programmatische Name der Band, die als verschworene kleine Gemeinschaft dem Pop- und Schlager-Einerlei den Kampf ansagt. Als ein etabliertes Vorbild auf diesem Wege sehen die Musiker den Österreicher Hubert von Goisern, der mit seiner Kombination aus traditionellen Ländlerklängen mit Rocksounds und Weltmusik seit zwei Jahrzehnten als Pionier einer modernen Auffassung von Volksmusik gilt. »Diese Sparte ist in unserer hessischen Heimat vollkommen unbesetzt. Wo sonst als im schönen Lahntal sollten wir also unseren Anfang machen,« sagt Erkel und freut sich auf die Premiere in seiner Geburtsstadt Wetter. Dort, in der Gaststätte »Unwetter« haben sie sich übrigens gestern abend schon mal im ganz gemütlichen Rahmen warm gespielt.

Dass das Warmspielen eine durchaus heiße Angelegenheit war, lässt sich beim Hörtest der vorliegenden »Lahntal Guerilla«-EP vermuten: Die Melodien sind allesamt unwiderstehliche Ohrwürmer, gesungen von Danny Müller, der mit unbeschwert frecher Stimme deftige Geschichten aus der hessischen Heimat erzählt, vom »Bootchen fahr’n auf der Lahn« oder »Inge mit de flache Schuhn« und der bei allem Witz immer auch eine wohlklingende Portion Soul mitschwingen lässt. Darunter liegen fette Drumbeats und Gitarrenriffs, die sich mit filigranen Akkordeonklängen zu einer mitreißenden Mixtur zwischen Polka, Schnulze und Rockhymne verbinden und unwillkürlich Spaß machen. Es überrascht nicht, dass der eigenständige Sound und ungebändigte Schwung der Lieder, an denen die fünf Guerilleros seit zwei Jahren basteln, in der Szene auf großes Interesse stoßen.

Wie gemunkelt wird, wittern nicht wenige Insider aus der Tonträgerindustrie - trotz allseitiger Krise - beste Gewinnaussichten und haben bereits ihre Fühler ins Lahntal ausgestreckt. Aber die Hessen bleiben bodenständig. »Wir sind endlich soweit, auf der Bühne loszulegen. Alles andere lassen wir in Ruhe wachsen,« sagt Erkel zum Abschluss.

Kommt die Zukunft der Volksmusik aus dem Lahntal? Man wird sehen. Intime Clubkonzerte wie im »Unwetter« könnten bald schon der Vergangenheit angehören . . .

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Artikel vom 24.04.2009 - 22.00 Uhr
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