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Terrorismus-Bekämpfung »made in Rosbach«

Artikel vom 08.01.2010 - 10.00 Uhr

Terrorismus-Bekämpfung »made in Rosbach«

Rosbach v.d.H. (hed). Nach dem vereitelten Terroranschlag auf einen Airbus, der am ersten Weihnachtsfeiertag von Amsterdam nach Detroit unterwegs war, ist die Diskussion über stärkere Schutzvorkehrungen an Flughäfen neu entfacht worden. Nutznießer ist die Sicherheitsbranche. Führender deutscher Anbieter für mobile Körperscanner ist die Rosbacher Firma »ServanTech«.
Der Handscanner kann gefährliche Stoffe auch durch Glas oder Plastik identifizieren.	 (Foto: pm)
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Der Handscanner kann gefährliche Stoffe auch durch Glas oder Plastik identifizieren. (Foto: pm)
Nachdem einige mutige Passagiere des Fluges NW-253 den 23-jährigen Attentäter überwältigt hatten, konnte der Airbus unbeschadet in Detroit laden. Die Feuerwehr von Warren/Detroit traf als eine der ersten im Flughafen ein. Die Brandschützer waren es auch, die dem FBI noch vor dessen Ankunft mitteilen konnten, welche Art von Sprengstoff der nigerianische Attentäter in seiner Unterhose versteckt hatte. Mit dem »First Defender«, einem mobilen Handscanner, konnten die Feuerwehrmänner das von Abdulmutallab verwendete Gemisch als Nitropenta (auch Pentrit oder PETN) identifizieren. Rund 80 Gramm des hochgefährlichen Plastiksprengstoffs hatte der Mann in einem Kondom am Körper. Der von den US-Feuerwehrmännern benutzte »First Defender« stammt aus dem Hause Ahura Scientific - in Deutschland wird er exklusiv über die Rosbacher Firma »ServanTech« vertrieben. »Das Gerät ist recht neu. Wir versuchen gerade, es auch auf dem deutschen Markt bekannt zu machen«, sagt Marketingchefin Ursula Hentschel. Der 1,8 Kilogramm leichte Scanner nutze die sogenannte Raman-Spektroskopie, eine auf Licht basierende Analysemethode zur Materialerkennung. Ein Laserstrahl wird dabei auf eine Probe geworfen, die dann ein charakteristisches Signal zurücksendet. Der Scanner erfasst dieses und vergleicht es mit seiner Datenbank. »Über 1000 Gefahrenstoffe - ob fest oder flüssig - lassen sich so innerhalb von 30 Sekunden erkennen«, sagt Hentschel. »In der Regel werden die Geräte von Chemie- und Pharmafirmen eingesetzt, um die Qualität der eingehenden Ware zu testen.« Der Scanner funktioniere bei jedem lichtdurchlässigen Material - in Plastik oder hinter Glas verpackte Chemikalien könnten problemlos analysiert werden. »Man muss nicht erst eine Probe ins Labor schicken, die dort untersucht wird - was bisweilen Tage dauert«, betont Hentschel. Polizisten, Feuerwehrmänner oder andere Sicherheitskräfte könnten die mobilen Scanner gebrauchen, um mögliche Bedrohungen schnell zu erkennen. »Unsere Geräte können beispielsweise bei Gefahrengutunfällen eingesetzt werden.« Die Detroiter Feuerwehr verwende sie seit Jahren, um unbekannte Feststoffe oder Flüssigkeiten vor Ort zu testen. So müsse nicht wegen einer unbekannten Substanz, die in der Gartenhütte lagert und sich später vielleicht als harmlos herausstellt, ein ganzes Viertel abgesperrt werden. Einige Berufsfeuerwehren in größeren deutschen Städten hätten die Scanner bereits im Einsatz, heißt es bei »SevanTech«. Den »First Defender« habe man vergangenes Jahr bei der Feuerwehr-Fachmesse »Florian« in Karlsruhe vorgestellt. Auch Präsentationstermine bei diversen Organisationen habe es gegeben. »Wegen der hohen Anschaffungskosten ist er natürlich für kleinere Feuerwehren eher uninteressant«, räumt Hentschel ein. Ein Gerät kostet rund 30 000 Euro. Sicherheit hat nunmal ihren Preis.

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