Marburg / Pasewalk (pm). Drei mutmaßliche Reifendiebe sind von der Bundespolizei Pasewalk an der polnischen Grenze festgenommen worden. In ihrem weißen »Daimler Sprinter« befanden sich fast 100 hochwertige Reifen mit Felgen im Gesamtwert von mehreren zehntausend Euro. Zumindest ein Teil stammt definitiv aus einem Einbruch in das Reifenlager eines Autohauses in Kirchhain.
Bei den Festgenommenen handelte es um polnische Staatsbürger im Alter zwischen 17 und 21 Jahren. Gegen alle drei erließ ein Richter des Amtsgerichts Pasewalk Haftbefehle. Die Kriminalpolizei Marburg vermutet aufgrund gefundener Spuren und wegen der nahezu gleichen Tatbegehungsweise, dass die Festgenommenen auch etwas mit weiteren Einbrüchen in Reifencontainer im Kreis Marburg-Biedenkopf zu tun haben; die Ermittlungen hierzu dauern an. Die Täter des nächtlichen Einbruchs in Kirchhain hatten ein Bügelschloss für die Schließkette am Rolltor des Firmengeländes geknackt, um auf den Hof fahren zu können. Sie deckten einen Bewegungsmelder zu und schoben oder zogen einen VW-Bus zur Seite, der aufgrund eines vorangegangenen Einbruchs als zusätzliche Sicherung vor dem als Reifenlager dienenden Container stand. Aus dem dann aufgehebelten Container stahlen sie zahlreiche Reifensätze mit Felgen. Die Täter verließen den Tatort und richteten ihn wieder so her, dass der Einbruch nicht sofort ins Auge fiel. Sie stellten den Multivan zurück vor den Container, schlossen das Rolltor und legten auch die Kette wieder um. Bei der Bearbeitung der Beute unterlief ihnen allerdings ein folgenschwerer Fehler. Sie übersahen einen Reifenaufkleber. Genau dieser fiel den aufmerksamen Beamten der Bundespolizei bei der Kontrolle auf der Autobahn Berlin-Stettin nahe der deutsch-polnischen Grenze bei Penkum auf. Die Festgenommenen stehen im Verdacht, in den letzten Wochen für zwei Einbrüche in das Reifenlager des Autohauses in Kirchhain, in das Lager eines Reifenhandels in Kirchhain und in den Lagercontainer eines Reifenhandels in Biedenkopf verantwortlich zu sein.
Die letzte Tat blieb aufgrund der frühzeitigen Entdeckung durch einen Mitarbeiter des Schneeräumdienstes im Versuchsstadium stecken. Die Täter hatten keine Zeit mehr die bereitgelegten Reifen zu verladen.
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