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Zirkus "Flic Flac": Temporeiche Inszenierung

Artikel vom 22.02.2010 - 11.00 Uhr

Zirkus "Flic Flac": Temporeiche Inszenierung

Wetzlar (chl). Der Zirkus "Flic Flac" gastiert noch bis zum 28. Februar mit seinem neuen Programm "ARTgerecht" auf dem Wetzlarer Festplatz "Bachweide".
Rasant und ohrenbetäubend: Motorradfahrer im »Globe of Speed«
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Rasant und ohrenbetäubend: Motorradfahrer im »Globe of Speed«
Anmutige Lichtgestalten und dunkle, hart gesottene Unterweltler haben sich auf dem Festplatz Bachweide in Wetzlar ein zirsensisches Duell geliefert. Unter dem Kuppelzelt des Zirkus »Flic Flac« trafen weiß und schwarz gekleidete Artisten und Akrobaten aufeinander, um die jeweiligen Vorzüge ihrer Seite unter Beweis zustellen. Mehrere tausend Besucher verfolgten am Premierenwochenende, wie rund 40 Akteure unter dem Motto »ARTgerecht« einerseits die reine Perfektion und andererseits einen düsteren, bedrohlichen und modernen Wagemut verkörperten.

Eigentlich war für die Wetzlarer Vorstellungen noch das alte Programm »Underground« angekündigt, doch der Zirkus präsentierte das für die nächste Station geplante neue Programm auch schon in Wetzlar. Macht nichts! Die mitwirkenden Artisten sind fast ausnahmslos die gleichen. Auch ihre Nummern ähneln sich in gewisser Weise. Jedoch erhält die neue Show mit angepassten Licht- und Soundeffekten, anderen Kostümen und anderem Erzählstrang eine ganz andere Dimension. Und die zog alle Freunde der artistischen Zirkuskunst in ihren Bann. Auf Tiervorführungen verzichtet »Flic Flac« gänzlich. Der glanzvollen Arienstimme Alexandra Gerbeys, die selbst kopfüber bei einer Tuchnummer eine bezaubernde Sangeskunst bewies, folgten die klassischen Zirkusartisten.

Da zeigt die Truppe Tsisov einen atemberaubenden und extravaganten Balanceakt auf dem Hoch- und Schrägseil. Nicolai Kuntz begeistert am Trapez. Die Äquilibristin Tatjana Kastein vollführt anmutige Bewegungen an einer schräg stehenden Spiegelfläche. Und zwei Strapaten-Artisten demonstrieren Kraft und Schwerelosigkeit an den Seilen.

Dem allen stand der diabolische Sänger Frank Fabry als Anführer der Unterweltler entgegen. Mit Rammstein-artiger Inbrunst stachelte er seine Mitstreiter dazu an, sich der Mittelmäßigkeit der Menschheit zu entledigen. Er schickte den Feuerspucker Anatoli Zhukov, der scheinbar unendlich viel Flüssigkeit aus seinem Körper zu Tage fördert, die auf riesigen Luftreifen waghalsige Salti schlagenden Sprungakrobaten oder den rhythmisch Instrumente jonglierenden Eddy Carello ins Rennen. Als krönenden Höhepunkt ließ er erst drei, dann fünf und schließlich acht Motorradfahrer in einer großen Stahlkugel, dem Globe of Speed, rasant und ohrenbetäubend kreisen. Eine Art Vermittler zwischen beiden Gruppierungen spielte der Spaßmacher Steve Eleky. Er nahm sich bei seinen Jonglage- und Magienummern nicht nur ständig selbst auf Korn, sondern mauserte sich wegen seines Wortwitzes zum Liebling des lachsüchtigen Publikums. Spätestens als er bei einem »Zaubertrick« einen weißen und einen schwarzen Plüschhasen ein geflecktes Häschen »zeugen« lässt, wird klar, dass Schwarz und Weiß sich gegenseitig befruchten und inspirieren können. Die scheinbaren Gegensätze vereinen sich in einer Trapeznummer, die von anfänglichen Drohgebaren zu Vertrauen zwischen den schwarzen und den weißen Artisten wechselt. Diese theaterhafte, temporeiche Inszenierung hat es einfach in sich.

Weitere Vorstellungen noch bis einschließlich Sonntag, 28. Februar, jeweils um 20 Uhr sowie am Mittwoch, Samstag und Sonntag auch um 16 Uhr. Karten und Infos unter Tel. 0700 / 6666 6611 und www.flicflac.de

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Artikel vom 22.02.2010 - 11.00 Uhr
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