Feldatal (jol). Am Straßenrand eine Hinweistafel, daneben ein verrammeltes Hoftor mit einem laut kläffenden Jagdhund - eine Greifvogelwarte hat man sich etwas anders vorgestellt. Doch auf dem Gelände am Ortsrand von Ermenrod eröffnet sich eine faszinierende Welt - jene von Michael Simon und seiner über 20 Greifvögel.
Michael Simon mit einem jungen Adler. (Fotos: jol)
Kurz nachdem die Hunde angeschlagen haben, kommt erst die Mutter des Vogelexperten und dann er selbst ans Hoftor. »Ich wollte sowieso gerade den Adler füttern, kommen Sie doch einfach mit,«, meint er unkompliziert und geht voran in den Garten. In separaten Holzhüttchen sind über ein Dutzend Uhus, Falken und andere Greifvögel untergebracht, meist sitzen die großen Vögel auf Sitzstangen vor den Hütten. »Das ist die Falkner-Haltung«, meint der 23-Jährige.
Das sei zulässig, wenn man die Tiere jeden Tag fliegen lässt, was sie für ihre Gesundheit unbedingt brauchen. Wenn er über seine Vögel spricht, kommt er ins Schwärmen. Seit sieben Jahren hat er sich der Greifvogelzucht verschrieben. sein großer Traum ist es, eine Greifvogel-Warte mit Volieren für Zuchttiere und regelmäßigen Flugshows anzubieten.
Neben dem Garten entsteht die Freiflugfläche, die ersten Arbeiten für das Schaugelände sind bereits getan. Am Fuß eines terrassenartig ansteigenden hohen Hangs baut Simon geräumige Volieren für die Flugkünstler. Dort lässt er die eleganten Vögel fliegen. Zu den Vorführungen an jedem Tag gegen 16 Uhr sind bereits jetzt Interessierte eingeladen. Wenn das Gelände fertig eingerichtet ist - mit weiteren Volieren, Tribüne und Pfaden - will Michael Simon zwei bis drei Vorführungen pro Tag anbieten.
Er hat eine beachtliche Schar an scharf blickenden Vögeln: Im vorderen Gartenteil hocken ein südamerikanischer sowie ein nordamerikanischer Virginia-Uhu, ein Rotschwanzbussard aus Mittelamerika, ein Indischer Uhu, eine nordische Schneeeule, ein Europäischer Uhu, ein Steppenadler aus Mittelasien, vier Wüstenbussarde, von denen die drei jüngeren noch viel schreien, um den »Papa« darauf hinzuweisen, dass sie noch mehr fressen wollen. Nur zwei Falken sind aus Deutschland, aber es ist schwer, eine Genehmigung zur Haltung von einheimischen Greifvögeln zu erhalten, wie Michael Simon berichtet. Sie sind besonders geschützt, man braucht für jedes Tier eine gesonderte Erlaubnis.
Das gilt nicht für die »Frühlingsgäste«, sieben Turmfalken und einen kleinen Waldkauz, die von Passanten gefunden wurden und bei ihm hochgepäppelt wurden. Sorgsam hat Simon darauf geachtet, dass sie nicht zu viel Umgang mit Menschen haben, um später problemlos ausgewildert werden zu können.
In unserer Beilage finden Sie eine Querschnitt dessen, was Kinder im Rahmen unseres Projekts »Zeitung in der Grundschule« zwischen September und Dezember 2011 erarbeitet haben. » zur Sonderbeilage