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Aynsley Lister zu Gast im Frankfurter »Nachtleben«

Artikel vom 09.03.2010 - 19.44 Uhr

Aynsley Lister zu Gast im Frankfurter »Nachtleben«

Gitarrist Aynsley Lister auf Clubtour im Frankfurter »Nachtleben«. Begeisterndes Konzert mit viel Stratocaster und wenig Gibson Les Paul.
Wie ein jung gebliebener Hugh Grant: Aynsley Lister.	(Foto: Cordes)
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Wie ein jung gebliebener Hugh Grant: Aynsley Lister. (Foto: Cordes)
Ein völlig allürenfreier Kerl mit hohen Sympathiewerten ist er auch noch im fünfzehnten Jahr seiner Karriere: Der Roadie, der kurz vor Konzertbeginn im Frankfurter »Nachtleben« durchs wartende Publikum auf die Bühne geht und seelenruhig die drei dort aufgebauten Gitarren stimmt, ist Aynsley Lister selbst. Beim Stimmen beantwortet er entspannt Fragen von Fans und erscheint Minuten später in unverändert lockerem Schlabberlook wieder auf der Bühne.

Gut 80 Zuhörer wollen sich den Auftritt des 33-jährigen Saitenkünstlers aus Leicester, England, nicht entgehen lassen - zumal es seit der letzten Tour Veränderungen zu vermelden gibt. Zunächst mal steht eine komplett neue Band auf der Bühne: Die in London lebende Portugiesin Midus Guerreiro bedient unauffällig, aber mit angenehm rundem und warmem Sound den E-Bass, Simon Small ebenso effektiv ohne Schnickschnack die Felle seines Schlagzeugs. Und dann sitzt da an der Seite noch Dan Healey, denn erstmals gibt es bei »Aynsley Lister live« einen Keyboarder. Allen Befürchtungen, dass der gewohnt kraftvolle Trioklang durch Tasteninstrumente verwässert werden könnte, wird schon zu Beginn die Grundlage entzogen.

Schöne, schwere Orgelakkorde in bester Endsechziger-Manier quellen aus den Boxen und geben dem Frontmann die Gelegenheit, sich mit feinen, leisen Blueslicks akustisch einzuklinken, bevor das Ganze in »Everything I need« mit seinem energisch drängenden Shuffle-Rhythmus mündet, der genüsslich in die Länge gezogen wird. Artig stellt der Gitarrist, der aus der Ferne wie ein jung gebliebener Hugh Grant in zerrissenen Jeans wirkt, seine Mitspieler vor und kündigt viel Neues an, vorwiegend von der aktuellen CD »Equilibrium«. Mutig wählt er mit »Early morning dew« als zweites Stück gleich eine Ballade vom neuen Album, die gegen Ende mächtig an Fahrt aufnimmt. Listers Gitarre, eine rote Fender Stratocaster, erinnert immer mal wieder kurz an Clapton in seiner »Derek & the Dominos«-Phase um 1970. Überhaupt scheint er neuerdings der weicher und bluesiger klingenden Strat den Vorzug vor der härter tönenden Gibson Les Paul zu geben. Letztere hängt er sich nur zweimal um und betritt dann gleich deutlich rockigere Pfade: Einmal lässt er für einen winzigen Moment das Aerosmith-Motiv von »Walk this way« aufblitzen, in der Zugabe, dem Lister-Klassiker »Balls of steel«, wildert er ungeniert und heavy im Riff-Museum von AC/DC.

Für besondere Abwechslung sorgt Lister mit seinen Griffen zur halbakustischen Gitarre mit Bottleneck auf dem kleinen Finger. Das solo, nur mit Handclaps von Dan Healey und Midus Guerreiro unterstützte Slide-gitarren-Intro weckt in Gitarrenfans wohlige Erinnerungen an das gute alte »Shake your hips«, Peter Greens »Showbiz blues« und viele andere Bluesperlen, aber als die Band dann einsetzt, klingt es doch eher nach einer Mixtur aus ZZ Top und Stevie Ray Vaughan. Und doch sind die Songs dank kompositorischer Raffinesse und Listers angenehm warmer Stimme eigenständig. Axel Cordes

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Artikel vom 09.03.2010 - 19.44 Uhr
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