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Der Metzger wird zärtlich: Stefan Raabs Talente

Artikel vom 10.03.2010 - 12.04 Uhr

Der Metzger wird zärtlich: Stefan Raabs Talente

Köln (dpa) - Einfach drauflosstolpern war nie Stefan Raabs Art, eine ernste Sache in Angriff zu nehmen. Und die Auswahl des deutschen Kandidaten für den Eurovision Song Contest in Oslo ist in seinen Augen eine sehr ernste Sache.
'Unser Star für Oslo'
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Jennifer Braun (l) und Lena Meyer-Landrut haben es bis ins Finale geschafft.
© dpa
Also hat er sich Mühe gegeben, und entsprechend gut ist die Auslese: Im deutschen Finale des Wettbewerbs stehen am Freitagabend in der ARD zwei vielversprechende Talente, Lena Meyer-Landrut aus Hannover und Jennifer Braun aus dem hessischen Eltville, beide erst 18.

Im Vergleich zu anderen Castingshows hat «Unser Star für Oslo» ein deutlich höheres Niveau - sowohl auf Kandidaten- als auch auf Juryseite. Stefan Raab dürfte denn auch nicht zum letzten Mal eine eigene Sendung in der ARD moderieren - er hat sich für Höheres empfohlen.

Das Eurovisionsfestival gehört zur Altertumsabteilung des Fernsehens. Es begann tief in den 50er Jahren mit Titeln wie «Wohin, kleines Pony?» und erwarb Kultstatus durch «twelve points, douze points», Abba und «Ein bißchen Frieden». Legendär sind die Stimmblöcke, die sich Jahr für Jahr die Punkte zuschanzten: das «Viking Empire» (Skandinavien, Baltikum), die «Balkan-Liga» oder der «Warschauer Pakt». Germany war selten eine große Nummer und hätte in den letzten Jahren wegen Misserfolgs aussetzen müssen, wenn es nicht der größte Beitragszahler wäre und somit automatisch qualifiziert.

In ihrer Not wandten sich die ARD-Verantwortlichen an Stefan Raab, und so kam es zur «ungewöhnlichsten Allianz in der Geschichte des Fernsehens» (O-Ton Raab): ARD und der Privatsender ProSieben produzieren gemeinsam. Raab versteht es, sich der neuen Formation anzupassen, und zeigt sich durchweg von seiner angenehmen Seite als Musikfachmann. Statt wie so oft bei seiner ProSieben-Show «TV total» der Lust an fremdem Unglück zu frönen, beweist der gelernte Metzger überraschendes Feingefühl.

Kein Kandidat, der seine Person zur Besichtigung vorstellte, hatte böse Sprüche zu fürchten. Im Gegenteil, seit mehreren Sendungen bekundet Raab, sekundiert von zwei jeweils wechselnden Juroren aus der Musikwelt, nur noch Begeisterung und geradezu väterlichen Stolz.



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Artikel vom 10.03.2010 - 12.04 Uhr
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