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Goldener Bär für «Honig»

Artikel vom 21.02.2010 - 12.50 Uhr

Goldener Bär für «Honig»

Berlin (dpa) - Es ist eine poetische Reise durch die Seele eines Kindes. Mit dem türkischen Film «Honig» hat ein Werk von bezwingender Schönheit den Goldenen Bären der 60. Berlinale gewonnen. Regisseur Semih Kaplanoglu zeigt sensibel und spannend Momente einer Kindheit im ländlichen Anatolien.
Berlinale 2010 - Preisträger
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Regisseur Semih Kaplanoglu mit seibnem Goldenen Bären.
© dpa
Der sechsjährige Yusuf wächst von den Eltern behütet auf, doch in der Schule hat es der stotternde Junge schwer. Er zieht sich immer mehr zurück und lebt in einer ganz eigenen Welt. Eines Tages verschwindet sein Vater, als er seine Bienenkörbe in einer schwer zugänglichen Gegend aufstellen will.

Nicht persönlich konnte am Samstagabend der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Roman Polanski seinen Preis entgegennehmen. Er wurde für seinen US-Politthriller «Der Ghostwriter» mit dem Silbernen Bären für die beste Regie geehrt. Stattdessen schickte er eine etwas zynische Botschaft: «Selbst wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Denn als ich das letzte Mal zu einem Festival gekommen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, bin ich im Gefängnis gelandet.» Polanski droht in den USA ein Prozess wegen Vergewaltigung, derzeit läuft ein Auslieferungsverfahren.

Die Deutschen gingen bei den Bären leer aus. Stattdessen lieferte Oskar Roehler mit seiner Kolportage «Jud Süß - Film ohne Gewissen» den Aufreger des Festivals. Immerhin erhielt der Episodenfilm «Shahada» des Deutsch-Afghanen Burhan Qurbani über junge Muslime in Berlin den Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater.

«Honig» zeigt bedrohte Lebenswelt

In «Honig» spielt die von Zerstörung bedrohte Natur eine der Hauptrollen. Der 46-jährige Kaplanoglu hat bewusst auf Musik verzichtet. Das Rauschen der Bäume, Vogelgezwitscher, Bienensummen und das Kratzen der Stifte der Schulkinder sind der «Soundtrack». Nach «Ei» und «Milch» ist «Honig» der Abschluss einer autobiografisch geprägten Trilogie über Menschen, die von und mit der Natur leben. Der Blick auf das scheinbar Private zeigt, wie sich das Leben durch das Verschwinden traditionellen Handwerks massiv verändert.

«Diesen Film haben wir in einer Region inmitten einer Natur gedreht, die unglaublich ist - doch die Natur dort könnte zerstört werden, weil dort Kraftwerke gebaut werden sollen», sagte der Regisseur. Der Preis solle dazu beitragen, die Natur dort zu retten.



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