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Junge Deutsche Philharmonie und Carolin Widmann in der Alten Oper

Artikel vom 09.03.2010 - 21.00 Uhr

Junge Deutsche Philharmonie und Carolin Widmann in der Alten Oper

Es war ein spannungsreicher Abend voll von erlesener Technik, enormer Konzentration, großer Emotion und ebensolcher Kondition - was sich nach Leichtathletik-Mehrkampf anhört, spielte sich in der Alten Oper ab. Carolin Widmann interpretierte gemeinsam mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter dem Dirigat von Sir Roger Norrington das 2. Violinkonzert von Béla Bartók.
Geigenvirtuosin Carolin Widmann rauscht mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter dem Dirigat von Sir Roger Norrington durch B
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Geigenvirtuosin Carolin Widmann rauscht mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter dem Dirigat von Sir Roger Norrington durch Bartóks 2. Violinkonzert. (Foto: Alte Oper, Anna Meuer)
Darüber hinaus brachte das gut aufgelegte Orchester Robert Schumanns »Manfred«-Ouvertüre und die 3. Sinfonie von Johannes Brahms zu Gehör.

Bartóks Violinkonzert stand im Fokus des ersten Konzertabschnitts. Der ungarische Pianist und Komponist (1881 - 1945) zählt zu den Klassikern der Moderne. Will heißen: Seine Kompositionsmittel sind frei, sein Verhaften in traditionellen Formen jedoch allgegenwärtig. Das dreisätzige Werk orientiert sich am Sonatenschema mit seinen beiden schnellen Ecksätzen und dem langsamen Mittelteil. Dass vor allem der erste Satz Zwölftöniges mit harmonischen Bezügen aufweist, darf nicht verwundern. Ebenso wenig die Rasanz, mit der das Stück gemeistert werden will. Wer einmal Yehudi Menuhin das ausgereifte Violinkonzert hat interpretieren hören, weiß, welche Leistung dem Virtuosen schon der erste Satz, das Allegro non troppo, mit seinen endlosen Fortissimo-Läufen abverlangt.

Widmann spielte wie beseelt, mit technischer Versiertheit und rhythmischer Finesse. Phrasierungen und Legati gelangen mit Pep. Das Ausdrucksvermögen der Violinistin und ihr Gespür für Ritardandi in den richtigen Momenten sind herausragend. Nach dem ersten Satz gab es Zwischenapplaus, den Widmann dankend für eine kleine Verschnaufpause nutzte.

Den zweiten Satz prägt Bartóks Vorliebe für Kirchentonarten - in diesem Fall handelt es sich um einen lydischen Modus, den die Solistin ernst einzufangen wusste. Im Finale, dem Allegro molto, darf erneut technische Könnerschaft demonstriert werden. Die waghalsigen Doppelgriffglissandi und Oktavparallelen, die den Eindruck erwecken, als musizierten stellenweise zwei Solisten, forderten die Virtuosin.

Widmanns zeitlose Interpretation, die nicht auf Mätzchen setzt, sondern sich eng an der Vorlage orientiert, ist dem Sujet geschuldet: »Bartóks Violinkonzert ist eines meiner Lieblingsstücke.«

Die Junge Deutsche Philharmonie unter Norrington spielte entspannt und frei auf. Den romantischen Schumann (1810 - 1856) zu Konzertbeginn nutzte das Orchester tatsächlich als Ouvertüre für den schwierigen Bartók, bei dem Norrington konzentriert per Taktstock führte, während der Dirigent nach der Pause Brahms locker und mit einem Lächelns auf den Lippen anging.



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Artikel vom 09.03.2010 - 21.00 Uhr
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