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Kritik von allen Seiten - Die Gema kämpft ums Image

Artikel vom 18.07.2012 - 12.43 Uhr

Kritik von allen Seiten - Die Gema kämpft ums Image

München (dpa) - Ist die Gema schuld, wenn demnächst Discos dichtmachen? Seit die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte die Gebühren für Tanztempel reformieren will, laufen Disco-Betreiber, Politiker und der Gaststättenverband Sturm.
Musikrechtevertreter Gema
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Die Gema steht derzeit heftig in der Kritik. Foto: Frank Leonhardt
© dpa
Bis zu zehnfach höhere Abgaben, klagen sie, stürzten kleine Clubs in den Ruin. Stimmt nicht, sagt die Gema. Nur die Großen würden draufzahlen - kleine Betreiber sogar sparen. Schon davor hatte die Gema Probleme mit ihrem Image: Nach einem Prozess im April sollte die Internet-Plattform Youtube verstärkt dafür sorgen, dass dort keine Videos mit urheberrechtlich geschützter Musik auftauchen. Gleichzeitig wurde die Rolle des Videoportals als neutrale technische Plattform bestätigt. Beide Seiten haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, so dass es in einigen Monaten vor dem Hamburger Oberlandesgericht weitergeht. Youtube sperrte mehr und mehr Clips für Nutzer in Deutschland - aber die Gema bekam von vielen die Schuld dafür in die Schuhe geschoben, dass die Videos aus dem Netz verschwanden

Unterstützer scheint der Verein, der dafür sorgt, dass Songschreiber und Komponisten Geld bekommen, wenn ihre Musik in der Öffentlichkeit gespielt wird, kaum zu haben. Konzertveranstalter, Onlineplattformen und Disco-Betreiber verteufeln zu hohe Abgaben, kleine Künstler kritisieren ein unfaires Ausschüttungssystem, das die großen Fische angeblich begünstigt.

Eine sehr aktive Kritikerin ist Monika Bestle, die schon zwei Petitionen gegen die Gema verfasst hat. «Ich bin die Kämpferin für das Heer der Künstler, über deren Kopf entschieden wird», sagt die Veranstalterin einer kleinen Kulturwerkstatt im Allgäu. «Die Veranstalter bezahlen, aber bei den Künstlern kommt nichts an - die Verteilung durch die Gema ist zutiefst ungerecht.» Eine Art «Geheimbund» sei der Verein, der «hinter verschlossenen Türen» tage.

Das Tarifsystem ist tatsächlich hoch kompliziert: 137 Tarife listet die Organisation auf ihrer Internetseite auf. Dazu gibt es viele Unter- und Härtefallregelungen. «Eine echte Wissenschaft», räumt Gema-Syndikus Alexander Wolf ein. «Das ist auch ein bisschen die Krux der Gema. Das führt zu extrem komplexen Verteilungsmechanismen, denn das Geld muss Punkt für Punkt gerecht verteilt werden», sagt er. Die Mitglieder seien jedoch oft skeptisch: Geht da alles mit rechten Dingen zu?

Ja, versichern Wolf und der Direktor der Abrechnungsabteilung, Jürgen Brandhorst. «Wenn ein Stück einer Newcomerband im Radio gespielt wird, verdient die Band genauso viel daran wie ein großer Rockstar.» Wichtig seien hier nur zwei Fragen: «Wie oft und wo wird ein Werk gespielt?»



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Artikel vom 18.07.2012 - 12.43 Uhr
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