Berlin (dpa) - Szenen einer großen Schauspielkarriere: Mario Adorf (81), der als Mafiaboss, Playboy oder Patriarch zu den prominentesten Charakterdarstellern in Deutschland gehört, gibt Einblick in sein persönliches Archiv.
Mario Adorf in der Akademie der Künste in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini
«...böse kann ich auch» - unter diesem Titel zeigt die Berliner Akademie der Künste am Brandenburger Tor von diesem Donnerstag an - und bis zum 15. April - Fotos, Drehbücher und Dokumente des Schauspielers aus mehr als 60 Jahren. «Das ist kein Nachruf», betonte Adorf am Mittwoch vor Journalisten. Die Sammlung habe er seiner Mutter zu verdanken, die hunderte Artikel über die Karriere des Sohnes aufbewahrt hatte.
Der Schauspieler hatte 2009 der Akademie der Künste tausende Fotos, Dreh- und Rollenbücher zu seinen rund 60 Theater- und mehr als 200 Filmpartien geschenkt. Gezeigt werden in der Ausstellung Ausschnitte aus Adorfs bedeutenden Rollen, etwa als Massenmörder in «Nachts, wenn der Teufel kam», als Kommissar in der «Verlorenen Ehre der Katharina Blum» oder als der «Große Bellheim». Filmkritiken, Plakate und Fotos zeichnen den Weg Adorfs nach - vom Theaterschauspieler zum internationalen Star.
Adorf, geboren 1930 als unehelicher Sohn einer Röntgenassistentin und eines italienischen Chirurgen, zog als Kind mit seiner Mutter in die Eiffel. Seine Schauspielkarriere startete er noch während des Studiums der Philosophie und Theaterwissenschaften in Mainz und Zürich. Unter den Vitrinen in der Akademie der Künste liegen Schulzeugnisse, Vorlesungsnotizen und Stundenpläne.
Vor allem der Regisseur Fritz Kortner habe ihn an den Münchner Kammerspielen maßgeblich beeinflusst und ihm die intensive Beschäftigung mit dem Text ans Herz gelegt. «Man muss jeden Satz aufbrechen wie eine Nuss und prüfen, ob er taub ist», habe ihm Kortner auf den Weg gegeben.
Originalnotizen in den Drehbüchern etwa zur «Blechtrommel» zeigen, wie akribisch sich Adorf auf seine Rollen vorbereitet. «Meistens haben die Regisseure die Empfehlungen angenommen», sagte er. In sein Rollenbuch für Brechts «Arturo Ui» zeichnet Adorf, wie er sich sein Kostüm (mit Regenmantel und Pistole) vorstellt. Im Heft klebt auch eine Fotoserie, die Hitler beim Einüben seiner Reden zeigt.
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