Volkstheater Frankfurt zeigt das »Heilig’ Blitzje« von Karl Wittlinger
Das Rätsel, wie man es hageln lässt, bleibt immer noch ungeklärt; doch wie’s brennen kann, ohne dass man in Verdacht gerät, wissen mancher Bauer oder sein Gesinde ganz genau. Davon handelt Karl Wittlingers Volksstück »Heilig’ Blitzje«, das jetzt im Volkstheater Frankfurt Premiere hatte.
Entsetzt kniet Elsbeth (Silvia Tietz) neben dem vermeintlich toten Jakob (Walter Flamme).
(Foto: StuGraPho)
Aber nicht nur davon. Es geht auch um eine Testamentsfälschung, bewusst geplante Morde und um ein junges Glück. Das alles spielt in Wolfgang Kaus’ hessischer Fassung irgendwo im Vogelsberg auf einem heruntergekommenen, gottverlassenen Bauernhof, wo der uralte Besitzer Jakob vermeintlich stirbt, sein Knecht gegenüber einem Notar die »Gunst der Stunde« nutzt, und Neffe und Nichte per Messer alle aus dem Weg räumen wollen, die ihre Erbschaft verhindern könnten; zuvor haben sie schon zwei durch Knollenblätterpilze ins Jenseits befördert.
Aber die junge Enkelin Bärbel und ihr norddeutscher Freund werden das Erbe antreten, und so kommt es zum letztlich fragwürdigen guten Schluss.
Regisseurin Natascha Retschy hat im handfesten Bühnenbild von Rainer Schöne schnörkellos und geradlinig inszeniert, und die makabren Pointen der Vorlage finden ihre Lacher, wenn manches durchaus auch deftig daherkommt.
Walter Flamme spielt, wie vor vielen Jahren, den Jakob Hahn treffend zwischen Altersresignation und Bauernschläue, um die sein Knecht Michel in der Darstellung von Horst Krebs auch nicht verlegen ist.
Steffen Wilhelm und Silvia Tietz sind die abgefeimten Verwandten in drastischer Verkörperung, Julia Schneider die liebe Bärbel und Dennis Pfuhl der sympathische Sigi, und Thomas Koob ist der genervte Notar. Hans-Peter Gumtz
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