Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Kultur »

Plagiatsvorwurf gegen Helene Hegemann

Artikel vom 08.02.2010 - 15.40 Uhr

Plagiatsvorwurf gegen Helene Hegemann

Berlin (dpa) - Diebstahl geistigen Eigentums? Helene Hegemann, die 17-jährige Autorin des Überraschungs-Bestsellers «Axolotl Roadkill», hat sich gegen Plagiatsvorwürfe verteidigt.
Helene Hegemann
Lupe - Artikelbild vergrössern
Helene Hegemann muss sich mit Plagiatsvorwürfen auseinandersetzen.
© dpa
«Originalität gibt's sowieso nicht, nur Echtheit», schrieb der Nachwuchsstar in einer vom Ullstein Verlag verbreiteten Erklärung. «Das, was wir machen, ist eine Summierung aus den Dingen, die wir erleben, lesen, mitkriegen und träumen.»

Der Blogger Deef Pirmasens sieht das anders. Auf seiner Internetseite www.gefuehlskonserve.de hatte er Hegemann vorgeworfen, ganze Passagen ihres Buches aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Roman «Strobo - Technoprosa aus dem Berghain» von einem Autor Airen übernommen zu haben.

Hegemann räumte ein, sie sei «total gedankenlos und egoistisch» gewesen, weil sie nicht alle Menschen erwähnt habe, deren Gedanken und Texte ihr geholfen hätten. «Inhaltlich finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim.»

Der Fall macht deutlich, wie schmal der Grat zwischen Ideenklau und gegenseitiger geistiger Befruchtung geworden ist. In Zeiten, in denen Copy & Paste, Kopieren & Einfügen zu einem der wichtigsten Handgriffe der Computerarbeit geworden ist, fällt die Abgrenzung oft schwer.

Hegemann erzählt in ihrem Buch aus der Perspektive eines 16 Jahre alten Mädchens, das sich durch eine kaputte Welt voller Sex, Drogen und Zynismus schlägt. Sie habe ihre Freunde, andere Autoren und auch sich selbst dabei total beraubt, schreibt sie. Von Airen habe sie eine Seite regelrecht abgeschrieben, habe damit aber auch in Kommunikation mit ihm treten wollen.

Der Ullstein Verlag, der stolz schon den Ausverkauf der ersten Auflage gemeldet hatte, schob indirekt der jungen Autorin den Schwarzen Peter zu. «Offenkundig hat sie die Tragweite dieser Frage unterschätzt und ist auf Quellen und Zitate aus dem Netz - wie etwa den Blog von Airen - nicht eingegangen», erklärte Geschäftsführerin Siv Bublitz.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 08.02.2010 - 15.40 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang