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Bundesregierung überprüft Verkaufstrainings für Ärzte

Artikel vom 30.07.2012 - 17.28 Uhr

Bundesregierung überprüft Verkaufstrainings für Ärzte

Berlin (dpa) - Das Wirtschaftsministerium gibt Geld für Seminare, in denen Ärzte lernen, wie sie Patienten extra zu zahlende Leistungen schmackhaft machen. Die Krankenkassen verlangten den sofortigen Stopp.
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Die Bundesregierung subventioniert Ärzte-Verkaufstrainings für die umstrittenen Igel-Leistungen. Foto: Patrick Pleul /Archiv
© dpa
Die Bundesregierung überprüft nun die staatliche Förderung dieser Marketingseminare, in der Verkauf der umstrittenen Selbstzahler-Angebote geschult wird. Diese Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen von Patienten selbst bezahlt werden, viele gelten als überflüssig.

Das Wirtschaftsministerium erklärte am Montag, solche Schulungen erhielten zwar bisher einen Zuschuss, das stehe nun aber auf dem Prüfstand. Der Spitzenverband der Krankenkassen verlangte, die Förderung sofort zu stoppen. Zu den IGeL-Leistungen gehören zum Beispiel Augendruckmessungen und Ultraschalluntersuchungen.

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, missbilligte das Förderprogramm: «Ärzte sind keine Kaufleute und deshalb brauchen wir auch keine Verkaufsseminare für Individuelle Gesundheitsleistungen.»

Die Verkaufstrainings für die IGeL-Leistungen werden bisher vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Grundlage sei eine Richtlinie zur Entwicklung unternehmerischen Know-hows für kleine und mittlere Betriebe sowie Freie Berufe, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums und bestätigte damit einen Bericht der «Berliner Zeitung» (Montag).

Ziel sei es, den Unternehmen Hilfestellungen bei wirtschaftlichen und finanziellen Fragen der Unternehmensführung zu geben. Damit stehe sie auch Ärzten offen, die sich am freien Markt behaupten müssen. Dies enthebe diese aber nicht von ihrer Pflicht, den Patienten nur medizinisch sinnvolle Leistungen anzubieten, betonte die Sprecherin. Genau aus diesem Grund überprüfe das Wirtschaftsressort derzeit zusammen mit dem Gesundheitsministerium und dem BAFA die bisherige Förderpraxis.

Beide Häuser werden von den FDP-Ministern Daniel Bahr und Philipp Rösler geführt, die FDP hat die IGeL-Leistungen mehrmals als «sinnvolle Ergänzung» verteidigt hat. Nach BAFA-Angaben entfallen etwa 20 Prozent der geförderten Schulungen auf die Freien Berufe. Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Zahl der geförderten Seminare im Zusammenhang mit IGeL «sehr begrenzt ist».



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Artikel vom 30.07.2012 - 17.28 Uhr
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