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Cyberkriminalität verursacht Milliardenschäden

Artikel vom 19.02.2013 - 16.08 Uhr

Cyberkriminalität verursacht Milliardenschäden

Berlin (dpa) - Kriminelle nutzen das Internet zunehmend für ihre Zwecke. Eine Million Menschen auf der Welt fallen ihnen täglich zum Opfer. Experten fordern eine bessere Ausbildung für Richter und Polizisten, mehr Aufklärung junger Leute und stärkere Kooperation der Ermittler.
Internetkriminalität
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Datenklau, digitale Erpressung und Verbreitung von Kinderpornos: Im Internet tummeln sich immer mehr Kriminelle. Foto: Arno Burgi
© dpa
Sicherheitsexperten sehen eine wachsende Gefahr. Je mehr Regionen und Länder auf der Welt Zugang zum Internet hätten, desto größer würden die Risiken, sagte Troels Oerting vom neuen EU-Zentrum zum Kampf gegen Cyberkriminalität am Dienstag beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte, auch Extremisten nutzten das Netz zunehmend für ihre Zwecke. Das stelle die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen.

Beim Europäischen Polizeikongress beraten mehr als 1000 Sicherheitsexperten aus 60 Nationen noch bis Mittwoch über den Kampf gegen Kriminelle im Internet. Nach Angaben der EU werden weltweit jeden Tag eine Millionen Menschen Opfer von Internetkriminalität. Der Schaden beläuft sich demnach pro Jahr rund um den Globus auf etwa 290 Milliarden Euro. Die Delikte reichen von gehackten Banküberweisungen über Datenklau und digitale Erpressung bis zur bandenmäßigen Verbreitung von Kinderpornos.

In Deutschland stagnierten die Fallzahlen zuletzt. 2011 gab es rund 60 000 Fälle von Cyberkriminalität, wie aus dem jüngsten Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Der verursachte Schaden sei allerdings gewachsen, die Dunkelziffer sei sehr hoch und die Täter agierten immer professioneller. Einen Grund zur Entwarnung gebe es deshalb nicht, warnen BKA-Experten.

Der EU-Fachmann Oerting betonte, für Verbrechen im Netz gebe es keine geografischen Grenzen. Die Sicherheitsbehörden in verschiedenen Ländern müssten deshalb enger zusammenarbeiten und sich austauschen. Polizei, Ermittler und Richter müssten besser ausgebildet werden. Auch Kinder und Jugendliche müssten früh lernen, wie sie sich im Internet bewegen, um nicht in die Fänge von Kriminellen zu geraten.

Auch Noboru Nakatani von der internationalen Polizeiorganisation Interpol riet zu mehr Kooperation über Landesgrenzen hinweg. Anders seien die komplexen und schnell lernenden Strukturen der Internetkriminellen nicht zu bekämpfen.

Verfassungsschutzchef Maaßen sagte, für Extremisten biete das Internet eine enorme Reichweite bei minimalem finanziellen Aufwand. Außerdem könnten sie sich dort anonym bewegen. Die Extremisten nutzten soziale Netzwerke, Chaträume und Video-Foren, um neue Anhänger zu rekrutieren und ihre Propaganda zu verbreiten.



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