New York (dpa) - Mark Zuckerberg hat eine Vision: Alle Menschen sollen immer und überall miteinander vernetzt sein - am besten über das von ihm gegründete Online-Netzwerk Facebook. Diese Vision lässt er seit dem Teenager-Alter nicht aus den Augen.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf einer Pressekonferenz beim G-8-Gipfel in Deauville. Foto: Chris Ratcliffe
Auch in seinem Brief zum Börsenprospekt stellt er die «soziale Mission» der Plattform in den Mittelpunkt: Es gehe darum, «die Welt offener und vernetzter zu machen». Mit dem Börsengang von Facebook wird diese Vision Zuckerberg innerhalb von acht Jahren von einem Außenseiter an der Elite-Uni Harvard zum Multi-Milliardär machen. Zuckerberg hält gut 28 Prozent an Facebook. Wird der Börsenwert wie erwartet bei 100 Milliarden Dollar angesetzt, wäre der 27-Jährige auf einen Schlag ein Mann mit einem Vermögen von 28 Milliarden Dollar.
Milliardär hätte Zuckerberg allerdings schon lange werden können. Bereits 2006 bot der damalige Yahoo-Chef Terry Semel siegessicher eine Milliarde Dollar für das kleine Netzwerk mit nicht einmal zehn Millionen Nutzern. Zur großen Überraschung des einstigen Hollywood-Fuchses Semel lehnte Zuckerberg kühl ab, genauso wie bei späteren lukrativen Angeboten. Facebook ist sein Baby, sein Lebenswerk, das er nicht aus der Hand geben will.
Daher war Zuckerberg auch lange nicht sehr daran interessiert, Facebook an die Börse zu bringen. Geld hatte das Unternehmen dank des Interesses von Risikoinvestoren schon immer genug, inzwischen kommen auch Milliarden aus Online-Werbung rein, er selbst lebt betont bescheiden. Dafür muss man als börsennotiertes Unternehmen die Zahlen offenlegen, die Gewinnerwartungen der Investoren erfüllen, den Aktienkurs pflegen.
Daher wolle er so lange wie möglich unter dem Radar der Börsianer fliegen, betonte Zuckerberg. Letztlich ist es nur die schiere Größe von Facebook, die das Unternehmen an die Börse zwingt: Mit Erreichen der Schwelle von 500 Anteilseignern muss Facebook nach US-Börsenrecht ohnehin seine Geschäftszahlen offenlegen.
Zuckerberg sorgte aber dafür, dass er auch nach einem Börsengang das Sagen haben wird. Er hält Aktien der Klasse B, von denen jede zehn Stimmen hat - die Anleger bekommen dagegen Aktien mit nur einer Stimme. So könnte Zuckerberg auch mit einem geringen Anteil seine Firma fest im Griff behalten. Ausgerechnet im Börsenprospekt erklärte er den Anlegern, dass der Gewinn für Facebook nicht im Vordergrund stehe: «Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu machen; wir verdienen Geld, um bessere Dienste zu entwickeln.»
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