Gemünden (pm). Bereits zur Tradition gehört die jährliche mehr- tägige Wandertour von Jürgen Scharmann, Burkhard Köhl, Dirk Queckbörner, Markus Hüttl und Reiner Köhl. Die fünf Freunde haben alle ihre Wurzeln in Gemünden. Bevorzugte man in den vergangenen Jahren Touren in den Alpen, ging es diesmal in die Dolomiten nach Südtirol. Entschieden hatte man sich für den Dolomiten Höhenweg 2.
Auf dem Piz Boè (3152 Meter) mit der Marmolada und dem Gletscher im Hintergrund von links die fünf heimischen Bergsteiger Burkhard Köhl, Dirk Queckbörner, Reiner Köhl, Jürgen Scharmann und Markus Hüttl. (Foto: pm)
Er gehört zu den großen Durchquerungen von Nord nach Süd und führt durch die eindrucksvollen Hauptgebiete der westlichen Dolomiten. In sieben Tagen ging die Tour von St. Ulrich im Grödnertal nach San Martino di Cas- trozzo. Den Charakter des Höhenweges bestimmen weite Felsburgen, Almgebiete und ausgedehnte Plateaus. Bereits einen Tag vor Beginn der Wanderung fuhr die Gruppe nach St. Ulrich. Ortisei, wie der italienische Name des Ortes ist, liegt auf 1265 Meter Höhe und ist im Grödnertal neben St. Christina und Wolkenstein der Hauptort. Wohl der berühmteste Einwohner des Ortes ist der 1990 verstorbene Luis Trenker, dessen Grab man einen Besuch abstattete. Um den Bericht über die mehrtägige erlebnisreiche Bergtour nicht zu unpersönlich nachrichtlich wiederzugeben, im Folgenden der Artikel aus Sicht der Gemündener.
»Gegen Mittag des nächsten Tages war es endlich soweit. Wir zogen mit vollem Rucksack durch den Ort Richtung der Seceda Seilbahn, dem Treffpunkt. Mit einem Auge hatte man schon das gewaltige Sellamassiv im Visier, auf dem wir zwei Tage später in über 3000 Meter stehen sollten. Empfangen wurde unsere Gruppe von Matthias Vogler, staatlich geprüfter Bergführer des Alpincenters OASE aus Oberstdorf. Mit Lothar, Uwe und Heiko stießen weitere drei Bergfreunde zu der Gruppe. Was wir bis dahin noch nicht wussten, sieben fast wolkenlose Tage sollten vor uns liegen. Um das obligatorische Einschätzen des Gewichtes unseres Rucksackes durch den Bergführer kamen wir nicht herum. Hier merkte man, dass alle bereits Erfahrungen hatten. Keiner hatte mehr als die empfohlenen acht bis zehn Kilogramm Gepäck dabei.
Gemütlich ging es mit der Seilbahn auf den Col Raiser in 2500 Meter Höhe. Es erwartete uns ein atemberaubendes Panorama mit Blick auf die Geislergruppe, dem Sellamassiv, der Langkofelgruppe, der Seiseralm und am Horizont die Gipfel des Rosengarten. Ziel an dem ersten Tag war das Rifugio Firenze (ehemals Regensburger Hütte) auf 2037 Meter, die man gemütlich in zwei Stunden erreichte.
Am nächsten Morgen standen sechseinhalb Stunden Gehzeit vor uns. Nach dem Aufstieg über die Furc. Forces de Sieles (2505 Meter) ging es über einen Höhenweg zu der Puez Hütte (2475 Meter). Nach der Mittagspause und einem Sonnenbad führte der Weg über die Forc. Cier zu dem Etappenendpunkt, dem Rifugio Alpina. Das Rifugio liegt direkt an der Passstraße am Grödnerjoch und ist ein beliebter Ausflugsort, da für jedermann gut erreichbar.
Am nächsten Morgen war es soweit. Der Aufstieg auf die Sellahochfläche mit Aufstieg auf den höchsten Punkt der Wanderung, dem Piz Boè, stand bevor. Steil ging es durch das Val Sedus einen Klettersteig hinauf. Gesichert durch Stahlseile und in den Fels eingelassene Stahlstufen gelangten wir nach etwa zweieinhalb Stunden auf das erste Plateau des Massives mit der Pisciadu Hütte (2585 Meter). Nach einer kurzen Pause ging es weitere 300 Höhenmeter auf das Rifugio Boè (ehemals Bamberger Hütte), unserem nächsten Nachtquartier. Mit Erreichen der Hütte, überschritten wir die Sprachgrenze von Ladinisch/Deutsch nach Italienisch. Unser Bergführer war bei dem Hüttenwirt Ludovigo kein unbekannter, so dass für jeden von uns ein Schnaps abfiel. Mit leichtem Gepäck ging es auf den Piz Boè, mit 3152 Meter höchster Punkt der Sellagruppe. Ein atemberaubender Blick auf die Marmolada mit seinem Gletscher an der Nordflanke lag vor uns. Die Marmolada ist mit 3343 Meter der höchste Berg der Dolomiten.
In unserer Beilage finden Sie eine Querschnitt dessen, was Kinder im Rahmen unseres Projekts »Zeitung in der Grundschule« zwischen September und Dezember 2011 erarbeitet haben. » zur Sonderbeilage
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