Gefeierter Latino: Ist Julian Castro der nächste Obama?
Charlotte (dpa) - Michelle Obama hat mit ihrer Rede die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen - doch die Delegierten bei dem Parteitag der Demokraten in Charlotte (North Carolina) haben noch einen Redner bejubelt.
Wurde für seine harten Angriffe auf Mitt Romney frenetisch bejubelt: Julian Castro. Foto: Brian Blanco
Der Bürgermeister der texanischen Stadt San Antonio, Julian Castro, ist mit seiner mitreißenden Ansprache zum politischen Superstar aufgestiegen.
Wie Barack Obama vor acht Jahren in Boston schaffte es der 37-Jährige quasi über Nacht zu nationaler Berühmtheit. Seine harten Angriffe auf Obamas republikanischen Herausforderer Mitt Romney sorgten für großen Jubel.
Immer wieder ließ Castro durchblicken, wie sehr sein Werdegang dem des amtierenden Präsidenten ähnelt. Seine Großmutter sei eine alleinerziehende Immigrantin aus Mexiko, erzählte er. Trotzdem habe er es zum Bürgermeister einer Großstadt mit einem Abschluss von der Elite-Universität Harvard gebracht. Und sein Zwillingsbruder schlage eine ebenso gute Karriere in der Politik ein. «Amerika machte unsere Geschichte möglich. Unsere Nation ist wie keine andere. Egal, wer man ist oder wo man herkommt, der Weg führt immer vorwärts», sagte er.
Castro warnte, dass ein Präsident Romney diese Wege mit seiner Wirtschaftspolitik versperren würde. Sie «prügelt nicht nur auf die Mittelschicht ein - sie demontiert sie», erklärte der Jungpolitiker. Auch mit Spott über Obamas Kontrahenten hielt er sich nicht zurück: «Mitt Romney schnallt es einfach nicht», sagte er mit einem spitzbübischen Lächeln. Viele Zuschauer an den Fernsehern reagierten offenkundig genauso begeistert wie die Delegierten in der Arena; der Kurznachrichtendienst Twitter zählte Zehntausende Kommentare.
Vor allem die hispanische Bevölkerung - eine wichtige Klientel der Demokraten - zeigte sich begeistert: «Es wird gerade Geschichte geschrieben», twitterte die Schauspielerin Eva Langoria («Desperate Housewives»). «Gracias» (Danke), schrieb der Popsänger Ricky Martin. Der Ex-Gouverneur von New Mexico Bill Richardson bezeichnete Castro im TV-Sender CNN als den «neuen Barack Obama».
Castro in vier Jahren Präsident der USA? Wer regiert dann aber Kuba? Die USA sind, was nur wenige erhofft haben klug genug geworden indem sie nicht mehr fragen welcher "Ethnie" jemand angehört sondern fragen, was kann der Kandidat für uns erreichen? Gerade das "weiße Amerika" hat begriffen, dass es sich, was seinen Anteil an der Bevölkerung betrifft, auf den Status einer künftig zu schützende Minorität befindet. Also wird jetzt pragmatisch gehandelt. Es geht um die weitere Teilhabe an der Macht. Zu hoffen wäre, dass der Rassismus, der von vielen Seiten und "Farben" gehegt wurde, sein Ende findet. Castro Präsident der USA? Na und? Dramatisch wäre doch folgende Meldung: Teufel küsst Papst die Hand. Unmöglich? Nichts da. Was wäre wohl gewesen, wenn der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Erwin Teufel, den Vatikan besucht hätte und dessen Oberhaupt begegnet wäre?
Die USA sind, was nur wenige erhofft haben klug genug geworden indem sie nicht mehr fragen welcher "Ethnie" jemand angehört sondern fragen, was kann der Kandidat für uns erreichen?
Gerade das "weiße Amerika" hat begriffen, dass es sich, was seinen Anteil an der Bevölkerung betrifft, auf den Status einer künftig zu schützende Minorität befindet. Also wird jetzt pragmatisch gehandelt. Es geht um die weitere Teilhabe an der Macht. Zu hoffen wäre, dass der Rassismus, der von vielen Seiten und "Farben" gehegt wurde, sein Ende findet.
Castro Präsident der USA? Na und? Dramatisch wäre doch folgende Meldung: Teufel küsst Papst die Hand. Unmöglich? Nichts da. Was wäre wohl gewesen, wenn der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Erwin Teufel, den Vatikan besucht hätte und dessen Oberhaupt begegnet wäre?