Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Übersicht »

»Gewalt spielt sich nicht nur in Großstädten ab«

Artikel vom 11.01.2010 - 19.54 Uhr

»Gewalt spielt sich nicht nur in Großstädten ab«

Vogelsbergkreis (ks). Wo Menschen zusammenleben, hat es leider immer auch Gewalt gegeben - das ist im Vogelsbergkreis nicht anders als in anderen Gegenden.
Einiges hat sich aber verändert. Heute wird genauer hingesehen und Gewalt als Unrecht benannt - im Gegensatz zu früher, als Gewalt oft stillschweigend toleriert und gerade im Familienbereich »unter der Decke« gehalten wurde. Der Vogelsbergkreis hat vor kurzem ein Konzept zum Schutz gegen Gewalt vorgelegt, das Landrat Rudolf Marx sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreishauses am Montag in Lauterbach vorstellten. Mit seinem Angebot will der Kreis »positive Lebensbedingungen erhalten« und Betroffenen Beistand geben. »Nicht die Augen zumachen, wenn Gewalt geschieht«, appelliert Landrat Rudolf Marx (CDU) an die Öffentlichkeit.

»Wir können nicht davon ausgehen, dass sich Gewalt nur in Großstädten abspielt,« so der Landrat zur Erläuterung, warum der Vogelsbergkreis ein Gewaltschutzkonzept braucht. Gewalt gebe es auch im ländlichen Raum zuhauf - oft auch in Verbindung mit Alkohol. Der Kreis nimmt sich des Themas an, eingebunden sind neben dem Jugend- und dem Sozialamt auch das persönliche Referat des Landrats.

Bei den Präventionsmaßnahmen stach im vergangenen Jahr das Theaterstück »Finger weg von Julia« hervor, das an etlichen Schulen des Kreises gezeigt wurde. Es sei auch für dieses Jahr wieder stark nachgefragt, hieß es. Veranstaltungen gab es aber auch zu Gefahren im Internet. An 16 Orten kam auf Einladung der Volkshochschule im Kreis die SMOG-Elternschule zusammen, ein weiteres Standbein des Konzeptes. An den Kursen nahmen jeweils an die 20 Mütter und Väter teil. Auch dieses Jahr wird die Elternschule wieder angeboten.

Ebenfalls etabliert sind die Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungsseminare für Jungen und Mädchen. Im Rahmen des Bundesprojektes »Vielfalt tut gut« fanden einigge Veranstaltungen statt (»Kein Bock auf Nazis«, »Unsere Welt ist bunt« bei der Jugendfeuerwehr, Mädchen und Frauen in der rechten Szene).

Zum Konzept gehört auch die schulbezogene Sozialarbeit, die von den evangelischen Dekanaten getragen wird. Leider sei es in jüngster Zeit hier zu Diskussionen gekommen, weil sich das Land nicht mehr an der Finanzierung beteiligen will, die Debatte hält noch an. Gleichwohl sei Schulsozialarbeit »sehr wichtig,« wurde betont.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.01.2010 - 19.54 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang