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Analyse: Ärzte wappnen sich für den Arbeitskampf

Artikel vom 03.09.2012 - 08.28 Uhr

Analyse: Ärzte wappnen sich für den Arbeitskampf

Berlin (dpa) - Hetzjagd, Diffamierung, Krieg: Das Vokabular, mit dem die Redner bei der Sonderversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am Wochenende ihr Verhältnis zu den Krankenkassen beschrieben, hatte es in sich.
Versammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
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Ärztevertreter stimmen beim Treffen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ab. Foto: Florian Schuh
© dpa
KBV-Präsident Andreas Köhler zeigte sich sicher: So groß war der Ärger über die Kassen noch nie. «Ärzte sind nicht die Prügelknaben der Nation», rief er den Delegierten zu. «Es ist Zeit, dass wir uns wehren.»

Auslöser des Wutausbruchs eines ganzen Berufsstands ist der Honorarbeschluss eines Schlichtergremiums vom vergangenen Donnerstag. Die Ärzte wollten insgesamt 3,5 Milliarden Euro zusätzlich für 2013, was einer Aufstockung von 11 Prozent entsprochen hätte. Sie bekamen mit 270 Millionen Euro noch nicht einmal ein Zehntel. Den Ausschlag gab das Votum eines neutralen Schlichters, des Wissenschaftlers Jürgen Wasem.

Am Montag gibt es noch einmal Nachverhandlungen. Dass sich dabei eine deutliche Verbesserung für die Ärzte ergibt, gilt aber als ziemlich unwahrscheinlich. Die Krankenkassen stellen sich stur. Auch von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) können die Ärzte keine Unterstützung erwarten. Der ist dafür, dass Ärzte und Kassen das unter sich ausmachen.

Die Zeichen stehen also auf umfangreiche Proteste in den nächsten Monaten. Die Ärzte machten am Wochenende deutlich, dass sie zu allem bereit sind - bis hin zu wochenlangen Praxisschließungen. Losgehen könnte es schon am Dienstag. «Es wird eher mit harmloseren Methoden anfangen», sagt der Präsident des Ärzteverbands NAV-Virchow-Bund, Dirk Heinrich. «Am Schluss des Tages ist ein Arbeitskampf aber auch bei Ärzten ein Arbeitskampf - und das bedeutet eben Praxisschließungen.» Es könnten «Protestmaßnahmen bisher nicht gekannten Ausmaßes kommen», droht Heinrich.

In einer Erklärung haben 14 Ärzteverbände am Wochenende bereits ihre Instrumente offenbart, die sie sich für die Protestwelle vorbehalten. Kardiologen wollen im Ernstfall alle Patienten mit akuten Herzerkrankungen umgehend in Kliniken überweisen, statt ambulant zu behandeln. Niedergelassene Kinderärzte kündigen an, Patienten mit Durchfallerkrankungen, Fieber oder Krupphusten direkt in die Kliniken weiterzuleiten.



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Artikel vom 03.09.2012 - 08.28 Uhr
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Leserkommentare
(05.09.2012 13:17)
bla
Am Schluss des Tages ..
..Praxisschließung.
Ja, das ist was ganz Neues!
(04.09.2012 08:00)
HilmarHirnschrodt
die nie den Hals voll kriegen
So mancher Privilegierte kriegt seinen Hals wohl nie genug voll... und genau diese Giergeier hätten gerne, dass wir uns z.B. als Organspender buchstäblich mit Haut und Haar vertrauensvoll per Blankovollmacht ihrer profitmaximierter Verteilungs-Selbstverwaltung ausliefern. Selber schuld, wer sich dafür hergibt!
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