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Analyse: Die Eurozone setzt auf Deutschland

Artikel vom 31.07.2012 - 13.58 Uhr

Analyse: Die Eurozone setzt auf Deutschland

Brüssel (dpa) - Die Krise ist nicht zu Ende. In der Eurozone liegen die Nerven blank. Und die Erwartungen an Deutschland, die größte Volkswirtschaft im Kreis der 17 Staaten mit der Gemeinschaftswährung, sind groß.
Neu ist das nicht - aber mit jeder Abfuhr, die sich die Euro-Krisenmanager mit ihren diversen Anstrengungen auf den Finanzmärkten holen, wächst der Druck auf das politische Führungspersonal der Eurozone. Ganz besonders auf Deutschland.

«Wieso eigentlich erlaubt sich Deutschland den Luxus, andauernd Innenpolitik in Sachen Euro-Fragen zu machen?» wetterte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker im Interview mit der «Süddeutschen Zeitung». Und das «Geschwätz» über den Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei auch nicht hilfreich. Er wolle kein Deutschland, «von dem man befürchtet, dass es sich isolieren könnte», legte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn im ARD-Fernsehen nach.

EU-Diplomaten sehen in Junckers Worten, die in Berlin für teils heftigen Ärger sorgten, vor allem eine Warnung für die Zukunft, die erkennbar schwierig wird. Mitte September wird das Bundesverfassungsgericht über die Klage gegen den Rettungsfonds ESM und den Fiskalpakt entscheiden - zwei Kernelemente des Bemühens um eine Stabilisierung der gemeinsamen Währung. Bei den Partnern Deutschlands herrscht Nervosität: Niemand mag sich ausmalen, was passiert, falls Karlsruhe das Handeln der deutschen Regierung wesentlich erschweren sollte.

Praktisch zum selben Zeitpunkt steht die Entscheidung über weitere Finanzhilfen für Griechenland an. Dabei geht es vor allem um die von Athen gewünschten Erleichterungen des Sparkurses, aber auch um die weiteren Strukturreformen, die nicht nur Deutschland, sondern auch die EU-Kommission vehement fordern. Kommissionspräsident José Manuel Barroso appellierte öffentlich an die griechische Regierung, mehr Reformen umzusetzen, um endlich die Strukturen wettbewerbsfähig zu machen: «Liefern, liefern, liefern!» rief er den Verantwortlichen zu.

Gleichzeitig mit dem Urteilsspruch in Karlsruhe wird auch in den Niederlanden ein neues Parlament gewählt: Die Regierung der Niederlande, bisher gemeinsam mit den Finnen in den Euro-Krisenfragen oft im gleichen Lager wie Deutschland, könnte vom Wähler bei künftigen Rettungsaktionen Handschellen angelegt bekommen.



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Artikel vom 31.07.2012 - 13.58 Uhr
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Leserkommentare
(01.08.2012 13:34)
Gandalf
Sozialamt Deutschland!
Diese Erpressungen und diese Drohungen lassen hier nur den Entschluss zu, sofort alle Verhandlungen abzubrechen und die Rückabwicklung voran zu treiben. Noch nie in den letzten 67J. stand sich Europa so feindselig wie jetzt gegenüber (ein Sprichwort sagt:bei Geld hört die Freundschaft auf).
Noch nie wurde Deutschland so niederträchtig und so unverschämt beschimpft, betitelt und verbal Angegriffen.
Das sollen also unsere zuverlässigen Vertragspartner, Verbündeten, Freunde sein??? da kann man nur sagen, jetzt zeigen diese ihr wahres Gesicht!!!
Scheiß drauf, auf solche zuverlässigen Vertragspartner, Verbündeten, Freunde sollte man tunlichst verzichten!!!.
Deutschland ist nicht das Weltsozialamt, für falsche Freunde u.s.w............
(31.07.2012 22:22)
bla
In Jahrhunderten aufgebaut
Feudalismus zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Bevölkerung für die Herrschaft zahlt. Die Herrschaft wiederum verteilt das Geld an Vasallen.
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