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Junge wollen am liebsten im Dorf bleiben

Artikel vom 01.02.2012 - 08.02 Uhr

Junge wollen am liebsten im Dorf bleiben

Gemünden-Nieder-Gemünden (ek). Kürzlich wurde die Studie »Die Zukunft der Dörfer« des Berlin-Instituts mit der Stiftung Schloss Ettersberg vorgestellt (die AZ berichtete ausführlich), die unter anderem den Vogelsberg beleuchtet.

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Studentinnen und Studenten der Fachhochschule für Sozialpädagogik, die die Befragung und die Ergebnisse erläuterten und Bürgermeister Lothar Bott. (Fotos: ek)
Eine ergänzende Studie im Rahmen des Projektes »Vielfalt tut gut« bezog sich auf Gemünden mit seinen sieben Ortsteilen, wie die Sachgebietsleiterin des Kreisjugendamtes Silvia Lukas am Montag im Feuerwehrgerätehaus ausführte. Dort wurden die Ergebnisse der Dorfanalayse für Gemünden vorgestellt. Studierende der Fachschule für Sozialpädagogik aus Lauterbach gaben Erläuterungen. Zuvor hatte Bürgermeister Lothar Bott rund 50 Bürger aus allen Ortsteilen begrüßt. Unter den Besuchern waren auch zahlreiche Kommunalpolitiker, die sich Erkenntnisse für die weitere politische Arbeit erhofften. Zu Beginn stellten die Referenten ihre Eindrücke und Einschätzungen zu den Ortsteilen vor, wobei diese sich nicht zwangsläufig mit den Empfindungen der dort wohnenden Bürger decken.

So wirke Burg-Gemünden sehr beengend und unübersichtlich. An den Häusern sehe man viele Wandgemälde, die Vorgärten seien sehr gepflegt, die Menschen wirkten auf die Interviewer eher verschlossen. Bezogen auf Ehringshausen war zu hören, dass viele Fachwerkhäuser einen gepflegten Eindruck machen. Es gebe viele Neubauten. Die Vorgärten seien sehr einladend und gepflegt. Das Dorf wirke freundlich und farbenfroh. Die Studenten stellten fest, dass die Personen am Anfang leicht irritiert vom Anliegen waren, sich danach jedoch geöffnet hätten »und mit Elan die Fragen beantworteten«.

Ähnliche Feststellungen gab es bezogen auf Elpenrod, wobei die Referenten festhielten: »Das erste Haus erweckt das Gefühl von Leblosigkeit«. Gleichwohl lobten sie viel Grün und farbenfrohe Gestaltung und eine positive Infrastruktur. Bezogen auf Hainbach sprach man von einem klassischen Dorf (in der Mitte die Kirche, drumherum Häuser, in der Nähe die Bushaltestelle). Es klangen auch Klischeevorstellungen durch, die Bewohner städtischer Regionen gegenüber dem ländlichen Bereich immer mal verlauten lassen. So die vom »Kuhdung auf der Straße, viele frei laufende Tiere, fast jedes Haus ist ein alter Bauernhof, wenig Straßenverkehr, Altersdurchschnitt sehr hoch«.

Positive Eindrücke gab es von Nieder-Gemünden, sicher auch ein Verdienst der erst kürzlich abgeschlossenen Infrastrukturmaßnahmen im alten Ortsteil. Erinnert sei an Wasser-, Kanal- und Straßenbau einschließlich der Erneuerung der Ortsdurchfahrt und Rathaussanierung.

Zum Schmunzeln eine Momentaufnahme von Otterbach, wo die Referenten kaum Autoverkehr feststellten und ergänzten: »Zwischen einem Traktor und einem Bus, aus dem nur ein Kind ausgestiegen ist, lagen 7 min. 31 sek. Wartezeit, der Traktor kam nach 22 min und 14 sek. zurück«. Vogelgezwitscher hörte man »und auf 500 Meter Entfernung Zettel rascheln, die aus einem Briefkasten genommen werden«.



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Artikel vom 01.02.2012 - 08.02 Uhr
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