Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Übersicht » Newsticker »

Manipulierte TV-Bilder der UEFA ärgern erneut

Artikel vom 01.07.2012 - 14.43 Uhr

Manipulierte TV-Bilder der UEFA ärgern erneut

Kiew/Berlin (dpa) - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) sieht sich bei dieser EM zum wiederholten Male mit Vorwürfen der Manipulation von TV-Aufnahmen konfrontiert.
Löw und der Balljunge
Lupe - Artikelbild vergrössern
Die Bilder von Löws Spaß mit dem verdutzten Balljungen wurden in der 22. Minute des Spiels in die Liveübertragung eingespielt. Foto: Marcus Brandt
© dpa
Beim 1:2 der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Italien waren Bilder eines weiblichen Fans gezeigt worden, der angeblich über den Rückstand trauert. Die übertragende ARD bestätigte in einem Bericht der «Süddeutsche Zeitung» (Samstag), dass die Aufnahmen aus dem deutschen Fanblock schon zuvor aufgezeichnet worden waren.

«Wir sind erstaunt und irritiert. Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel», sagte ARD-Teamchef Jörg Schönenborn. «Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen.»

In der Szene ist eine schwarz-rot-gold geschminkte Frau zu sehen, über deren Wange eine Träne kullert. Gezeigt wurden die Bilder unmittelbar nach dem zweiten Treffer von Mario Balotelli in der 36. Minute. Tatsächlich wurden sie jedoch bereits vor dem Spiel am Donnerstag gefilmt.

Die UEFA räumte eine erneute Panne bei der Übertragung von TV-Bildern ein - wies den Vorwurf der Manipulation aber energisch zurück. «Die UEFA hat keinerlei Absicht, eine wie auch immer geartete Kontrolle über die den Sendeanstalten zur Verfügung gestellten Bilder auszuüben», teilte der Dachverband mit.

Die UEFA bestätigte, dass die Bilder während der Hymne aufgenommen und verwendet worden seien, «um die Emotionen und die Anspannung der deutschen Fans bei diesem Spiel zu zeigen». Die Produktionsleitung der Europäischen Fußball-Union sei mit der Entscheidung des TV-Produktionsteams im Stadion, «diese Bilder gleich im Anschluss an das Tor zu zeigen, nicht einverstanden».

Weiter hieß es von der UEFA: «Im Rahmen unserer Qualitätskontrolle wurde das Produktionsteam vor Ort angewiesen, solche Reaktionen nicht mehr als Wiederholungen direkt im Anschluss an eine Live-Aktion einzublenden, um falschen Eindrücken vorzubeugen.» Man habe «keinerlei Absicht, Bilder zu manipulieren».

Manchmal benutzt der Verband allerdings nach eigenen Angaben aufgezeichnete Reaktionen von Fans, um zu vermeiden, dass sie, sobald sie sich auf dem Großbildschirm sehen, zu winken beginnen.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 01.07.2012 - 14.43 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(01.07.2012 19:30)
Lux
Bilderreigen
Als Jogi Spaß mit dem Balljungen gezeigt wurde, war ich über solche Kühnheit oder Coolness irritiert. Bei einem so wichtigen Spiel sowas? Es hat sich alles aufgeklärt. Ein Späßchen hier ein Träne dort, Manipulation durch Bilder. Hier ging es nur um ein Sportereignis. Das was ist mit Bildern aus Syrien? Sind diese Bilder mit ihrer Botschaft echt oder nicht. Dienen sie nur der der Information oder müssen sie für mehr herhalten?
Kaum jemand ist in der Lage sich der Faszination bewegter Bilder zu entziehen. Wahrheit oder Fiktion? Der Zuschauer kann dies nicht unterscheiden. Es war Joseph Goebbels, der sich dieser Macht bewusst war und sie für seine verbrecherischen Pläne umsetzte. Was wäre wohl gewesen, wenn es damals schon die digitale Technik gegeben hätte. Ohne zu dramatiseren. Die Fersehanstalten stehen ehe schon in der Kritik. Gerade deshalb ist es ihre Pflicht wahre Bilder zu zeigen und nicht nur Bilderware.
Kommentar schreiben
weitere Meldungen
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang