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Ortsvorsteher Adolf Wittich will Amt niederlegen

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Artikel vom 20.06.2012 - 08.20 Uhr

Ortsvorsteher Adolf Wittich will Amt niederlegen

Gemünden-Rülfenrod (rs). »Da läuft viel schief« - Rülfenrods Ortsvorsteher Adold Wittich (70) will nun sein Amt niederlegen. So klagt er über Gruppenbildung in dem kleinen Ort mit nur 80 Einwohnern.

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Wegen der neuen Ausfahrt des Feuerwehr-Gerätehauses muss der Brunnen davor weichen. (Foto: rs)
Gemünden-Rülfenrod (rs). »Da läuft so viel schief, so war es noch nie.« – Gegenüber der AZ verschaffte Adolf Wittich (70) am Dienstag seinem Unmut Luft, denn aus seiner Sicht ist es mit der bürgerlichen Gemeinsamkeit im Dörfchen nicht mehr so weit her. Er beklagt unter den rund 80 Einwohnern eine Gruppenbildung in Ober- und Unterdorf, was eine gedeihliche Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinschaft erschwere. Vor diesem Hintergrund hat er beschlossen, das Amt des Ortsvorstehers nach fast zehn Jahren zum Ende des Monats niederzulegen. Er will auch aus dem Ortsbeirat ausscheiden, für den kein Nachrücker mehr vorhanden ist. So werden die beiden verbliebenen Mitglieder des Gremiums fortan die kommunalpolitischen Geschicke des Orts in die Hand nehmen müssen.

Während beim Ausbau des neuen Raumes auf dem Feuerwehr-Gerätehaus eine gute Zusammenarbeit in der Bürgerschaft gewesen sei, so Wittich, hat das geplante Entfernen des Brunnens vor dem Feuerwehr-Gerätehaus bei Wittich den sprichwörtlichen Tropfen verursacht, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn für ein neues Tor muss der Brunnen weichen, und Wittich war es, der die Spende eines gebürtigen Rülfenröders damals mit einer eigens gekauften Pumpe zum Laufen gebracht hatte, den Brunnen über all die Jahre betreute und reinigte. Jetzt wird ihn der Spender wohl wieder zurücknehmen und in seinem Garten aufstellen.

Viele Jahre hat sich Wittich in die Projekte der Dorfgemeinschaft eingebracht, hat beim Umbau des Gerätehauses gewirkt, an dem immerhin insgesamt rund 1700 Stunden geleistet worden waren. Wittich hatte verschiedene Führungsfunktionen in der Feuerwehr und war auch sonst im örtlichen Vereinswesen aktiv. Jetzt will er kürzer treten, und wertet eine weitere Veränderung im Dorf als falsch und nicht im Sinne der Gemeinschaft. Denn der Spiel- und Bolzplatz unterhalb des Gerätehauses kann nicht mehr fortbestehen, Der Verpächter des Geländes, Baron Bernhard Schenk zu Schweinsberg, hat das Pachtverhältnis aufgekündigt.

»Die Zeiten haben sich verändert, es ist ein dramatischer Rückgang der Bevölkerung festzustellen, und der Spielplatz wurde kaum genutzt«, schilderte Bernhard Schenk zu Schweinsberg gegenüber der AZ die Situation aus seiner Sicht. Zudem sei bei einer Bereisung der Kommission zur aktuellen Dorferneuerung gemeinsam mit Ehringshausen ein eher abschätziger Blick auf das Areal geworfen worden, die Ausstattung sei nicht mehr zeitgemäß, könne es in einem so kleinen Ort mit wenigen Kindern auch gar nicht sein. Rülfenrod habe zwölf Prozent der Bevölkerung verloren, sei der Ortsteil Gemündens mit dem stärksten Bevölkerungsrückgang. In den 41 Jahren des Pachtverhältnisses habe er mit dem vormaligen Gartengrundstück des Hofgutes immer seinen Teil zur Dorfgemeinschaft beigesteuert, die zuletzt 0,53 Euro (vormals eine DM) Pacht jährlich hätten nicht einmal seine Grundsteuerkosten gedeckt. Zudem gebe es ja Überlegungen im Ort, einen gemeinsamen Treff für Alt und Jung mehr in der Ortsmitte anzusiedeln. Schenk zu Schweinsberg wies auch darauf hin, dass in vielen Gärten von privat wesentlich höherwertige Spielgeräte aufgebaut seien, als auf dem seitherigen Spielplatz am Ortsrand neben der Straße.

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Artikel vom 20.06.2012 - 08.20 Uhr
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