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Weitere Hausarzt-Standorte geplant

Artikel vom 03.04.2011 - 16.52 Uhr

Weitere Hausarzt-Standorte geplant

Romrod (ia). Die Bemühungen um eine Besserung der hausärztlichen Versorgung zeigen Erfolge: mit der Eröffnung einer neuen Praxis in Rormod nach dem Modell des Unternehmerarztes mit angestellten Ärzten.

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Ärzte und Mitarbeitern der Praxis Harlfinger, von links Dr. Stephan Harlfinger mit Partnerin Andrea Dornseif, Stephanie Wichlhaus (med. Fachangestellte und Verlobte von Dr. Christoph Harlfinger), Dr. Christoph Harlfinger, Edda Mitscherlich (med. Fußpflege), Gabi Möller (med. Fachangestellte), Danja Hölscher (FA f. Allgemeinmedizin), »Röschen« Völzing (med. Fachangestellte), Vera Römer (FA f. Allgemeinmedizin), Elisabeth Rath, Sonja Stumpf und Regina Wittich med. Fachangestellte). (Foto: ia)
Die Praxis-Neueröffnung erfolgte am Samstag auf Einladung von Dr. Stephan Harlfinger, zugleich in Groß-Felda ansässiger Hausarzt, in den auf zeitgemäßem Niveau eingerichteten Praxisräumen der ehemaligen Romröder Artzpraxis Dr. Albach.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg erläuterte, dass die Stadt in den vergangenen drei Jahren zwei Hausärzte verloren hat. Somit hätten infolge der Überlastung der hausärztlichen Praxen in Nachbargemeinden viele Patienten keinen Hausarzt gefunden. In einer kleinen Arbeitsgruppe habe man nach einer Lösung gesucht.

Dr. Stephan Harlfingen freute sich sichtlich über die Praxiseröffnung und würzte seine Ansprache mit einem guten Schuss Humor. Als man vor sechs Wochen mit Umbau und Umgestaltung begonnen habe - nach Meistern etlicher bürokratischer und rechtlicher Hürden -, seien Zweifel aufgekommen, ob man den Eröffnungstermin einhalten könne, was dann klappte. Seine künftige Frau und Praxismanagerin Andrea Dornseif habe die Koordination des Umbaus gemanagt. Auch den emsigen Handwerkern dankte er sehr. Harlfinger erläuterte das Konzept der Praxis. Es basiere auf der Arbeit und vielen Ideen von Kinderarzt und Gesundheitsökonom Dr. Thomas Becker.

Jedes Jahr beenden bundesweit 2700 Mediziner ihre ärztliche Tätigkeit. Diesem Aderlass stünden nur 1100 ausgebildete Allgemeinärzte pro Jahr gegenüber. 65 Prozent seien Frauen. Das »alte Prinzip« des Hausarztes« oder des Landarztes beziehungsweise des Einzelarztsitzes sei nicht mehr zukunftsfähig. Ihm tue dies leid. Dies sei die »ideale Versorgung«: »Ein Arzt, ein Patient, lebenslange Betreuung.« Mit dem neuen Konzept werde Kollegen Teilzeitarbeit in verschiedenen frei wählbaren Formen geboten. Außerdem würden die Mediziner entlastet vom finanziellen und unternehmerischen Risiko. Denn was Ärzte immer wieder ärgert, sei das Ausmaß der Bürokratie und Reglementierung. Die Verwaltungsarbeit wird künftig von der Zentrale Groß-Felda aus erledigt. Und so sei es in kurzer Zeit gelungen, mit Danja Hölscher und Vera Römer zwei Fachärztinnen für Allgemeinmedizin zur Mitarbeit zu bewegen. Als Zielgruppe für ein Hausarztzentrum habe er darüber hinaus ältere Kolleginnen und Kollegen, die ihre Praxis schon aufgegeben haben, im Blick. Erster Schritt für dieses Konzept sei die Einrichtung eines Standorts in Romrod, betonte Harlfinger. Eine Mangelversorgung sei dort schon Fakt gewesen. Im Konzept Harlfinger-Becker ist lediglich ein 67-jähriger Landarzt aufgeführt. Diese Situation bedeute für Romrod 2910 Einwohner pro Hausarzt.

Harlfinger bedankte sich bei der Stadt und der Bürgermeisterin für die gute Zusammenarbeit. In Romrod habe man angefangen, in anderen Ortschaften, wo die ärztliche Versorgung mittelfristig gefährdet ist, sei die Eröffnung weiterer Standorte geplant. So sei in Groß-Felda die Errichtung eines Gesundheitsärztehauses geplant. Im HZH in Romrod sollten seiner Idee zufolge verschiedene Facharztgruppen, die nur wenige Stunden Sprechstunde machen können, integriert werden. So kann sein Bruder Christoph, Orthopäde, ein- oder zweimal pro Woche in Groß-Felda oder Romrod Sprechstunde anbieten. Dies könne ausgeweitet werden auf zum Beispiel Gynäkologen. Auch nichtärztliche Gruppen wie Podologen, Krankengymnasten und Masseure könnten im HZH zusammengefasst werden. Stephan Harlfinger lud danach alle zu einem Imbiss ein.

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Artikel vom 03.04.2011 - 16.52 Uhr
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