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Leichenwachs schützt Skelette von Urtieren vor Zerfall

Artikel vom 01.02.2012 - 19.53 Uhr

Leichenwachs schützt Skelette von Urtieren vor Zerfall

Frankfurt/Main (dpa) - Das Urpferdchen und andere Tiere aus der Grube Messel bei Darmstadt sind außergewöhnlich gut erhalten. Forscher haben jetzt Leichenwachs als Ursache dafür entdeckt.
Urpferdchen aus der Grube Messel
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Das Urpferdchen, gefunden in der Grube in Messel, verdankt seinen guten Zustand dem Leichenwachs. Foto: dpa / Archiv
© dpa
Die zersetzenden Bakterien seien vor rund 47 Millionen Jahren nicht schnell genug gewesen, um die Fettschicht der toten Tiere zu zerstören, erläuterte das Frankfurter Senckenberg-Forschungsinstituts am Mittwoch. So hätten sich die Tiere in der zum Weltnaturerbe zählenden Grube als «Fettwachsleichen» zu harten Fossilien gewandelt, ohne zu zerfallen.

«Skelette von fossilen Wirbeltieren werden meist als chaotisch verstreute Knochenansammlungen abgelagert», teilte das Institut mit. Normalerweise finde man «hier eine Rippe, dort ein Hüftknochen». Anders in der südhessischen Fossilienfundstätte Grube Messel: Dort fand man die Knochen vieler Urzeittiere genau so vor, wie sie im Körper angeordnet waren. «Weshalb die Skelette im Zusammenhang bleiben, stellt für die Wissenschaft seit Jahrzehnten ein ungelöstes Rätsel dar», berichtet Krister Smith von der Senckenberg-Abteilung Messelforschung. Gemeinsam mit einem Paläontologen aus Rheinland-Pfalz hat er nun eine außergewöhnlich gut konservierte Echse, Geiseltaliellus maarius, untersucht.

Nach dem Tod der Echse sank die Leiche auf den Seeboden, wo normalerweise Mikroorganismen alles Organische zersetzen, so dass das Skelett am Ende in seine Einzelknochen zerfällt. In Messel aber war der Abbau von Weichgewebe über einen längeren Zeitraum gehemmt. Der Grund: «Das Bodenwasser des Messel-Sees war sauerstofffrei», weiß Michael Wuttke aus dem Referat Erdgeschichte der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. «Unter solchen Bedingungen sind Bakterien nicht in der Lage, die Fette von Leichen vollständig aufzulösen.»

Die Studie ist im Fachjournal «Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments» (online vorab) veröffentlicht.

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Artikel vom 01.02.2012 - 19.53 Uhr
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