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46ers machen einen Riesenschritt

Artikel vom 08.03.2010 - 11.00 Uhr

46ers machen einen Riesenschritt

Die LTi Gießen 46ers sind dem Klassenerhalt in der Basketball- Bundesliga einen Riesenschritt näher gekommen: Am Sonntagabend siegte das Team von Trainer Vladi Bogojevic mit 78:63 (46:31) beim Abstiegsrivalen Paderborn Baskets und brachte diesen damit bereits in einen Zugzwang von drei Siegen bei noch acht ausstehenden Spieltagen. Zudem verlor mit Phoenix Hagen zur selben Zeit ein weiterer Abstiegsgegner (76:89 in Frankfurt), sodass Gießen nun einen Sieg Vorsprung auf die Abstiegsränge hat. »Das war ein sehr wichtiger Sieg, um der Konkurrenz zu zeigen: Wir sind noch da. Ich hoffe, dass wir jetzt auf die Siegerstraße einbiegen und einem ruhigen und entspannten Klassenerhalt entgegenblicken«, zeigte sich Bogojevic zuversichtlich nach der durchgehend starken Leistung seiner Mannschaft.
ERNEUT EINER DER BESTEN: Gießens Elvir Ovcina zieht gegen den Paderborner Kevin Langford (l.) zum Korb.	(Foto: Köppelmann)
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ERNEUT EINER DER BESTEN: Gießens Elvir Ovcina zieht gegen den Paderborner Kevin Langford (l.) zum Korb. (Foto: Köppelmann)
Diese zeigte sich in punkto Willensstärke und spielerischer Substanz von Beginn an überlegen und machte schnell deutlich, dass sie nicht ohne die zwei Punkte wieder nach Hause fahren würde. Lediglich der Paderborner Sefton Barrett brachte Gießen in den Anfangsminuten zur Verzweiflung. »Er stellte uns vor unlösbare Aufgaben. Als wir ihn schließlich im Griff hatten, hatten wir alle Aufgaben im Griff«, zollte Bogojevic der (im Grunde genommen einzigen) Stärke der Baskets im ersten Viertel Respekt. Der Start verlief recht hastig; man merkte beiden Teams an, was auf dem Spiel stand. Paderborn verfolgte von Beginn an die Taktik, seine Distanzschützen freizuspielen und über Dreier zum Erfolg zu kommen. Dies gelang nur bedingt, sprich in Form Barretts. Der Kanadier war seinem Gegenspieler - meist Maurice Jeffers, der ansonsten einen tadellosen Job verrichtete - stets einen Schritt voraus und kam so zum Abschluss. Im ersten Viertel verbuchte der 26-Jährige somit starke 13 Punkte, zwei Steals und zwei Blocks. Stets wenn Gießen sich leicht absetzen konnte, wie nach dem 12:8 durch den erneut souveränen Elvir Ovcina, den sein Team ruhig noch öfter hätte anspielen können, verkürzte Barrett und hielt sein Team im Spiel. Auch nach Gießens 19:12 durch zwei Freiwürfe von Osvaldo Jeanty, der am Sonntag alle sechs Versuche von der Linie traf, versenkte dessen Landsmann einen Dreier und leitete somit die Aufholjagd zum 21:21-Ausgleich (9.) ein. Gießen hatte es zwar verpasst, Kapital in Form von Fouls daraus zu ziehen, dass die Westfalen bereits nach fünf Minuten ihr fünftes Teamfoul begangen hatten, blieb aber angesichts der Aufholjagd ruhig und ging mit einem 24:21 in die zweiten zehn Minuten. Bester Gießener war bis zu diesem Zeitpunkt Ovcina, der teilweise behäbig wirkt, aber so wirkungsvoll sein kann. Er kam bis hierhin auf elf Punkte und sieben Rebounds.

Im zweiten Viertel legten die Mittelhessen nun den Grundstein für den Erfolg, indem sie zunächst ihre Hast und Barrett aus dem Spiel nahmen. Dieser trat letztmals in der ersten Halbzeit zum 26:29 (13.) in Erscheinung, was auch das letzte Mal sein sollte, dass die Baskets auf Augenhöhe mit Gießen waren. Paderborn wechselte nun viel zwischen Zonenverteidigung und Manndeckung und schien in der Offensive mit permanent drei Spielern an der Dreierlinie zu campieren, doch gegen die 46ers war all dies zwecklos. Mit Ruhe im Aufbau sowie einer fantastischen Trefferquote legte das LTi-Team nun einen 13:1-Lauf zum 42:27 hin und verschaffte sich damit das Polster für die zweite Hälfte. In den ersten 20 Minuten hatte Gießen bestechende Quoten von 67 Prozent bei den Zweiern und 50 Prozent bei den Dreiern zu Buche stehen, während es bei den verzweifelt und überfordert wirkenden Paderbornern lediglich 25 bzw. 38 waren.

Die 46 Punkte der 46ers schienen ein gutes Omen zu sein, denn auch nach dem Seitenwechsel setzte der Gast seinen Lauf unbeirrt fort. Vor allem Jeffers wusste nun zu gefallen, der alle seine drei Dreier in dieser Halbzeit traf und mit 20 Punkten zum Topscorer seines Teams avancierte. Höhepunkt war hier eine Szene in der 37. Minute: Jeffers wurde von seinem Gegenspieler ins Aus geschubst. Der Ball landete bei Ovcina, der dem aus dem Aus heranstürmenden Jeffers den Ball zuspielte. Der stieg mit Anlauf hoch und traf seinen Dreier zum 76:56, als wäre es ein Kinderspiel. Die erste 20-Punkte-Führung hatte es bereits zehn Minuten zuvor gegeben, als zunächst Jeffers einen Dreier getroffen hatte und danach Johannes Lischka einen Freiwurf zum 62:42 einnetzte. Ab hier war der Sieg für Gießen bereits Formsache und nur noch eine Frage der Höhe.

»Wir haben heute gegen eine sehr gute Mannschaft verloren. Der Tabellenplatz von Gießen spiegelt nicht das wider, was die Mannschaft kann. Ein Sieg gegen die 46ers war mein Wunsch; nun bleibt uns nur noch die Hoffnung«, musste der neue Paderborner Trainer Dirk Happe, der im dritten Spiel nun die zweite Niederlage kassierte, eingestehen, dass sein Team nach der schwachen Leistung es nun erheblich schwer haben dürfte, die Saison noch zu einem guten Ende zu drehen. Bogojevic hingegen wirkte beinahe gelassen, so sicher stimmte ihn die Leistung seines Teams für die Zukunft. Einmal mehr konnte er Ovcina loben: »Er ist eminent wichtig für uns mit seiner Erfahrung und Qualität«, und betonte erneut, dass sich die 46ers mit dieser Verpflichtung auch nicht finanziell übernahmen, sondern wirtschaftlich in absolut ruhigen Gewässern schwimmen. Auf die paddeln sie auch sportlich zu, wenn sie nächste Woche auch das zweite Kellerduell gegen Trier gewinnen sollten. Jan Sommerlad

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