(jms) Es gibt Handballspiele, in denen nach der Schlusssirene das Ergebnis in den Hintergrund tritt. Das Bezirksoberliga-Derby zwischen der HSG Münzenberg/Gambach und dem TSV Griedel war eine Partie, die von einer beispiellosen Fehlleistung des überfordert wirkenden Schiedsrichtergespanns Born/ Mederer geprägt wurde - glaubt man den Aussagen der Beteiligten. »So etwas habe ich noch nicht erlebt«, echauffierte sich Münzenbergs Trainer Stefan Mappes, der dem 29:29 (16:10) seiner Mannschaft gegen einen kämpferisch starken TSV am Ende nicht viel abgewinnen konnte.
Fühlt sich um den Sieg betrogen: Münzenberg/Gambachs Trainer Stefan Mappes. (nic)
»Diese merkwürdigen Schiedsrichter haben uns den Sieg geklaut«, schimpfte der sonst eher ruhige Mappes. Einigkeit herrschte darüber, dass in dem brisanten Derby beide Mannschaften und Zuschauergruppen durch ihr besonnenes Auftreten eine Eskalation in der mit 280 Fans gut gefüllten Halle vermieden hatten. »Die Spieler haben normal gespielt. Nicht überhart oder unfair. Einfach so, wie es in einem Derby sein muss. Doch die Zeitstrafen lassen auf ein Gemetzel schließen«, sagt Mappes.
Die HSG musste fast eine komplette Halbzeit in Unterzahl spielen - 24 Strafminuten bedeuteten für die Burgenstädter den Saisonrekord. Die Folgen waren logisch, zumal der TSV mit einer respektablen Einstellung zu Werke ging. Die kampfstarken Griedeler kamen nach einem 10:16-Halbzeitrückstand zurück ins Spiel und setzten die HSG, die zudem noch Tobias Zeiß (Beinverletzung) und Felix Großmann (Armverletzung) verloren, mächtig unter Druck. »Wir sind sehr unkonzentriert aus der Pause gekommen und haben viele technische Fehler gemacht. Griedel hat das ausgenutzt«, kritisierte Mappes, der mit ansehen musste, wie der TSV auf 15:17 herankam.
In dieser heiklen und turbulenten Phase war es vor allem der erfahrene Artis Jansons, der das Griedeler Spiel lenkte. Durch den treffsicheren Andreas Fay kam der TSV zum 22:22 und später - dank einer spielerisch überzeugenden Vorstellung in dieser Phase - durch den Ex-Münzenberger Holger Weisel zum 25:24. »Griedel hatte in dieser Phase alles in der Hand«, meinte Mappes, dessen Wut über das Schiedsrichtergespann just in dieser Phase zum Höhepunkt kam. Durch Steffen Häuser kam Münzenberg letztlich zum 29:29-Endstand, und Jens Langsdorf parierte danach einen Siebenmeter.
»Am Ende müssen wir mit dem Punkt vielleicht zufrieden sein. Doch aufgrund der ersten Halbzeit, in der wir sehr stark begonnen hatten, war auf jeden Fall mehr drin«, analysierte Mappes, in dessen Team einmal mehr der wurfstarke Kai-Uwe Ratz herausragte. Die Gäste aus Griedel, die ebenso unter den Schiedsrichtern litten, feierten den Punkt ausgiebig.