(lad) »Die Spieler haben deutlich gezeigt, dass sie die aktuelle Situation als Ausrede nehmen. Wer nicht rebounden will, reboundet auch nicht«, bemängelte Alexander Biller, Trainer von LTi Lich, Einstellung und Kampfgeist seiner Mannschaft im gestrigen Heimspiel in der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A. Dort unterlag Lich vor 500 Zuschauern den Cuxhaven BasCats mit 75:92 (39:42) und kassierte damit die vierte Niederlage in Folge. Erstmals in dieser Spielzeit rutschten die Mittelhessen damit auf einem Abstiegsplatz ab, den es nun zu verlassen gilt.
ZUVERSICHT SIEHT ANDERS AUS: Lichs Trainer Alexander Biller, Benjamin Lischka und Co-Trainer Markus Krapp (v. l.) nach der Niederlage gegen Cuxhaven. (Foto: Friedrich)
Dabei hatte Lich in der ersten Halbzeit eine gute Leistung abgeliefert und den Favoriten ein ums andere Mal bedrängt. Nachdem sich das LTi-Team in den ersten Minuten mit Fastbreaks überrumpeln ließ und nach fünf Minuten mit 5:11 - durch den 2,06 Meter großen Edward Seward, der im ersten Viertel bereits sieben Rebounds (drei offensive) erzielte - hinten lag, wachte die Mannschaft auf und zeigte guten Basketball. Die quantitative und qualitative Unterlegenheit in der personellen Besetzung kompensierte Lich durch das Auftreten als Mannschaft. Dank diesem markierte Neuverpflichtung Antonio Porch mit zwei Freiwürfen das 15:15 (8.), Johannes Lischka bescherte das Hoffnung machende 20:20 zur Viertelpause. Die Cuxhavener Freiwurfschwäche (nur einer von sieben Versuchen traf) trug hierzu jedoch nicht unwesentlich bei.
Im zweiten Viertel drehte nun Brandon Watkins, der über das gesamte Spiel hinweg der beste Mann war, auf. Innerhalb von fünf Minuten erzielte er zwölf Punkte und brachte sein Team mit 34:29 in Führung. Doch die Hausherren hielten dagegen und gingen nach einem Dreier von Jannik Freese und einem Korbleger von Kapitän Rolf Scholz mit 37:36 (18.) zum ersten Mal seit der ersten Minute (1:0 durch einen Freese-Freiwurf) in Führung. Nach Porchs 39:38 erkämpfte Seward den BasCats mit vier Punkten in den letzten acht Sekunden die 42:39-Halbzeitführung.
Nach dem Seitenwechsel dauerte es aber nur 45 Sekunden, bis Lich wieder mit 44:42 in Front lag, Porch und Freese waren erfolgreich. Doch nun schienen bei den Lichern Konzentration und Fitness nachzulassen. Sinnbildlich hierfür war, dass der flinke Cuxhavener Watkins seinen Bewachern stets aufs Neue enteilte, während Scholz auf der Gegenseite nicht selten vergeblich nach Anspielstationen Ausschau hielt. Kurz nach Beginn des letzten Viertels stand es somit bereits 67:57 für die Gäste.
Johannes Lischka brachte LTi mit fünf Punkten noch ein letztes Mal mit 62:67 (32.) zurück ins Spiel, doch nun lief gar nichts mehr bei den Gastgebern. Nur zwei Minuten später stand es 77:65 (Watkins-Dreier) für Cuxhaven, und weitere zwei Minuten später war das Spiel nach dem 84:70 durch einen Seward-Dunking gelaufen. Denn die beinahe lustlose Miene Benjamin Lischkas, mit der er nun seine beiden Freiwürfe versemmelte, verriet bereits, dass kein Licher Sieg mehr möglich war, da das Team offensichtlich nicht mehr daran glaubte. Da half es auch nicht, dass Johannes Lischka und Jannik Freese dank des 46ers-Faux-pas und des unfreiwillig spielfreien Samstages noch verhältnismäßig frisch waren und »Matze« Perl sich trotz Krankheit zu immerhin zehn Minuten Einsatz quälte, da »die Intensität und gutes Reboundverhalten fehlten«, so Biller.
LTi Lich: Porch (14), Scholz (7), Klassen (7), Johannes Lischka (24), Freese (13), Perl (6), Benjamin Lischka (2), Michalowicz (2).