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Wetzlar muss kämpfen

Artikel vom 11.03.2010 - 17.22 Uhr

Wetzlar muss kämpfen

»Wir müssen endlich anfangen, uns zu wehren - mit Händen und Füßen«, sagt Michael Roth. Man hat das Gefühl, als denke der Coach des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar während er das sagt an die Höhepunkte seiner aktiven Laufbahn zurück, in der er so manchem gegnerischen Angreifer mit viel kämpferischem Einsatz das Fürchten gelehrt hatte. Dann blickt er nach vorne - auf den nächsten Gegner Frisch Auf Göppingen und sagt: »Die haben das, was meiner Mannschaft derzeit so sehr fehlt: unbeugsames Selbstvertrauen und bedingungslosen Willen.«
Jetzt macht doch endlich! Trainer Michael Roth will seine Erstliga-Handballer wieder auf Kurs bringen.	(Foto: Vogler)
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Jetzt macht doch endlich! Trainer Michael Roth will seine Erstliga-Handballer wieder auf Kurs bringen. (Foto: Vogler)
Der Rest, da ist sich Coach Roth sicher, kommt dann von alleine. »Wir müssen uns über den Kampf die Sicherheit für das Spielerische holen und weiter auf Tempo setzen«, sagt der ehemalige Nationalspieler, der in der Trainingswoche versucht hat, seine Truppe neu auszurichten, Fehler auszumerzen und jeden einzelnen Spieler mental zu stärken. »Für uns geht es darum, dass wir nach der Partie mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können. Wir haben dann nämlich zwei Heimspiele gegen Magdeburg und Düsseldorf, die gewonnen werden müssen, denn dann wären wir mit 19 Punkten Anfang April aus dem Abstiegskampf verschwunden«, erklärt Roth, der erneut aufkommenden Spekulationen darüber, dass er für die Saison 2011/2012 bereits einen Vertrag beim nordhessischen Ligakonkurrenten MT Melsungen unterzeichnet habe, eine Absage erteilte. »Das stimmt definitiv nicht«, sagte Roth. Auch HSG-Keeper Nikolai Weber, dem ebenfalls eine Unterschrift bei MT ab der Saison 2011/ 2012 unterstellt wurde, bestritt dies gestern. »Ich habe bei Melsungen keinen Vertrag unterschrieben«, erklärte er.

Zurück zum Sportlichen. »Bis auf die Niederlage gegen Dormagen mussten wir ja keine überraschenden Ergebnisse hinnehmen«, sagt Roth zurückblickend. Allerdings muss auch er eingestehen, dass die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft bereits mehrfach in dieser Saison präsentiert hat, nicht zufriedenstellend war. Zuletzt fehlten häufig das Kämpferherz und die Bereitschaft, sich auch gegen einen übermächtigen Gegner aufzulehnen. Zu selten konnte man zudem in den vergangenen Wochen einen Abwärtstrend in einem Spiel stoppen. »Doch es war auch schon anders«, erinnert Roth an die Saisonphase, in der seine Mannschaft im November 2009 Berlin, N-Lübbecke und Hannover-Burgdorf dominierte und aus der Halle fegte. Daran will er mit seinem Team bald wieder anknüpfen. »Als Außenseiter muss man eben mehr leisten und aggressiver sein, wenn man gewinnen will«, sagt Roth und fügt an: »Wenn Göppingen dann trotzdem besser ist, ist es ok«.

Bei Frisch Auf läuft es in dieser Saison ausgesprochen gut. Sieht man einmal von den beiden Niederlagen bei Melsungen und Hannover-Burgdorf ab, hat sich die Truppe von Velimir Petkovic bisher kaum eine Schwäche geleistet und rangiert zurecht mit 33:11 Punkten auf dem vierten Rang - noch vor den Rhein-Neckar Löwen und dem TBV Lemgo. »Wir profitieren auch ein bisschen von den schlechten Leistungen der Konkurrenz«, sagt Petkovic, der trotz der »auch für mich überraschend guten Saison« noch nicht an die Qualifikation für die Champions League (Platz drei) denken will. »Nach der EM-Pause hatten wir einen leichten Knick. Die Spieler kamen leer und müde zurück, so dass wir in Hannover verloren haben«, sagt Petkovic, dessen Team die letzten drei Partien aber wieder gewonnen und so den vierten Rang gefestigt hat. Erstaunlich ist dieser Zwischenstand umso mehr, weil FAG schon lange auf Pavel Horak verzichten muss. Der in Angriff und Abwehr überragenden Rückraumspieler erlitt einen Kreuzbandriss, steht mittlerweile aber wieder vor der Rückkehr in den Spielbetrieb. Die Partie am Samstag aber kommt für ihn zu früh.

Petkovic lobt den großen Zusammenhalt seiner Truppe, die auch sehr geschlossen in der Deckung steht. »Das hat uns genau wie die Stimmung in der neuen Halle schon Punkte gebracht«, sagt »Petko«, für den das Spiel gegen seinen alten Verein aus Wetzlar nichts Besonderes mehr ist. »Ich kenne ja keine Spieler mehr, aber umso mehr freue ich mich auf Rainer Dotzauer und Horst Theiß«, sagt der Trainer. Trotz der zuletzt schwachen Leistungen hat er Respekt vor der HSG. »Ich habe alles analysiert. Meine Mannschaft wird keinen Gegner unterschätzen«. Enid Tahirovic im Tor, Lars Kaufmann und Michael Haaß im Rückraum, Dragos Oprea und Christian Schöne auf Außen sowie Entdeckung Manuel Späth am Kreis sind die Stützen in Petkos Team.

Auch Roth kennt die Spieler genau. »Mir imponiert, dass sich die Truppe nie ergibt. Göppingen hatte schon immer eine gute Mannschaft, aber auch den doppelten Etat von uns. Mit Kaufmann und Haas haben sie ein glückliches Händchen gehabt«, sagt Roth, der am Samstag nicht erwartet, dass seine Mannschaft gewinnt. Nur wehren soll sie sich - und »in der Fairness-Tabelle nach hinten abrutschen«.

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Artikel vom 11.03.2010 - 17.22 Uhr
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