(lad) Die VfB 1900 Gießen Pointers haben am Sonntagabend einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft in der Basketball-Regionalliga gemacht. In einem kampfbetonten Hessenderby rang das Team von Trainer Dejan Kostic dank einer starken zweiten Halbzeit den Dauerrivalen MTV Kronberg zu Hause vor einer sehenswerten Kulisse von 300 Zuschauern mit 81:66 (40:48) nieder, während am selben Spieltag die beiden ärgsten Verfolger Konstanz (gegen Oberelchingen) und Saarlouis (gegen Stuttgart) jeweils Heimschlappen gegen ihren Gast kassierten.
AUF MEISTERKURS in der Regionalliga steuern die VfB 1900 Gießen Pointers um Sebastian Rotaru (Nr. 13), der sich beim 81:66 gegen den MTV Kronberg ein Reboundduell mit Jonathan Mesghna (r.) liefert. (Foto: ras)
»Ich bin überglücklich, dass wir gewonnen haben, denn Kornberg ist eine Mannschaft, die uns schon häufig die Grenzen aufgezeigt hat. Auch heute hat der MTV ganz toll gespielt, während wir am Anfang zu überheblich waren. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir so verteidigt, wie wir es wollten. Wille und Herz haben uns zum Sieg gebracht«, war Kostic zwei Tage nach seinem 42. Geburtstag erleichtert über die Leistungssteigerung seines Teams im Laufe der Begegnung.
Beide Mannschaften zeigten von der ersten Minute an großen Kampf und waren dabei - nicht zuletzt dank der ähnlich defensivstarken Systeme - beinahe die gesamte erste Halbzeit auf Augenhöhe. So endete das erste Viertel, in dem sich keines der Teams zu irgendeiner Zeit absetzen konnte, mit 24:23 aus Gastgebersicht. Auch im zweiten Viertel setzte sich das Szenario lange Zeit fort, bis Kronberg vor allem dank des hervorragenden Jonathan Mesghna, der in dieser Halbzeit sechs von sechs Dreiern traf, gegen Ende auf den Halbzeitstand von 48:40 davonzog.
In der Pause orderte Kostic nun die Umstellung auf eine Zonenpresse an, was letztlich das Mittel zum Erfolg sein sollte: Prompt legten die Pointers einen 8:0-Lauf auf 48:48 hin, den der nervenstarke Felix Rotaru vollendete, während dem MTV im gesamten Viertel nur sechs Punkte gelangen.
Der »Iceman« Felix Rotaru überzeugte neben seinem Kampf und seinen neun Rebounds vor allem durch seine Treffsicherheit und kam dank seiner 73 Prozent aus dem Feld und 100 Prozent von der Freiwurflinie auf 19 Punkte, die aus dem eigenen Team nur vom bärenstarken Patrick Unger (23 Zähler) noch übertroffen wurden.
Bis in die 28. Minute verlief das Spiel nun ausgeglichen, bis Felix Rotaru nach Vorlage von Alex Kratz kurz vor der Sirene mit seinem Korbleger zum 59:54 ein kleines Polster legen konnte, mit dem es ins Schlussviertel ging.
Hier durchbrach Unger schon in den ersten Sekunden die gute Gästedeckung und erhöhte psychologisch wichtig auf 61:54. Ein letztes Mal konnten die Taunusstädter vier Minuten vor Schluss beim 63:69 durch Mesghna den Anschluss halten, bevor der willensstarke VfB nun beinahe drei Minuten lang einen Gegenkorb verhinderte und beim 80:63 durch Zeljko Pavlovic den 16. Sieg im 19. Saisonspiel unter Dach und Fach gebracht hatte. In der kommenden Woche steht nun das Gastspiel in Saarlouis auf dem Programm, wo Gießen einen weiteren Schritt nach vorne machen kann.