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Ägypten sucht Schuldige nach tödlichen Krawallen

Artikel vom 02.02.2012 - 13.38 Uhr

Ägypten sucht Schuldige nach tödlichen Krawallen

Kairo (dpa) - Nach den blutigsten Krawallen in der ägyptischen Fußball-Geschichte mit mindestens 71 Toten und 1000 Verletzten richten sich die Schuldzuweisungen vor allem gegen Polizei und Militär.
Feuerwalze
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Eine Fußballspiel in Kairo wurde aufgrund dessen abgebrochen - Fans legten Feuer. Foto: Ahmed Khaled
© dpa
Die islamistische Muslimbruderschaft kritisierte, dass die Sicherheitskräfte bei dem Fußballspiel in Port Said weggeschaut und nichts getan hätten. Andere machen bezahlte Schlägerbanden des früheren Regimes von Machthaber Husni Mubarak für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Ziel sei es, die Revolution zu diskreditieren und den demokratischen Wandel zu stoppen.

Das neu gewählte ägyptische Parlament trat wegen des «Massakers» in Kairo zu einer Krisensitzung zusammen. Der herrschende Militärrat verhängte drei Tage nationale Trauer. FIFA-Präsident Sepp Blatter sprach von einem schwarzen Tag für den Fußball.

Ausschreitungen von gewaltbereiten Fans untereinander oder mit der Polizei sind in ägyptischen Fußballstadien Woche für Woche an der Tagesordnung. Aber solche Gewaltexzesse und so viele Tote wie nach dem Fußballspiel in Port Said zwischen den rivalisierenden Klubs Al-Masri und der Gastmannschaft Al-Ahli aus Kairo hat es bislang nicht gegeben. Zuschauer stürmten auf den Platz und machten nach dem 3:1 der Heimmannschaft Jagd auf Spieler und Fans von Al-Ahli.

Al-Ahlis Trainer Manuel José sagte, viele Menschen seien in der Umkleidekabine gestorben. «Die Schuld hat einzig und allein die Polizei. Es waren Dutzende im Stadion, aber die waren plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen», sagte er dem portugiesischen TV-Sender SIC.

Unmittelbar nach den blutigen Krawallen gab es erste Spekulationen, dass es sich nicht nur um eine Schlacht von gewaltbereiten Fans zweier Fußballmannschaften gehandelt hat.

Die Muslimbruderschaft, deren Partei im Parlament die größte Fraktion stellt, beschuldigte in einer Erklärung Kräfte, die in enger Verbindung zum früheren Regime von Mubarak stünden.

Die Opposition attackierte das Militär scharf. Die Bewegung des 6. April, die mit ihren Massenprotesten vor einem Jahr den Sturz Mubaraks herbeigeführt hatte, machte die herrschenden Generäle für das Blutvergießen verantwortlich. Sie verursachten Chaos, um die Ägypter davon zu überzeugen, dass das Land ohne den Militärrat nicht zu regieren sei.



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Artikel vom 02.02.2012 - 13.38 Uhr
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Leserkommentare
(01.02.2012 23:00)
Louisa
This is football...
Welch ein Fußball-Massaker, und das in Afrika, wo derzeit der Cup in Äquatorialguinea und Gabun stattfindet. Man sieht immer wieder, wohin übertriebener Fanatismus im Sport führen kann, Rivalität hin oder her, das ist ein weiterer trauriger Gipfel in der Geschicht dieser Sportart.
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