Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nach sechs Projektjahren haben die drei mittelhessischen Hochschulen gemeinsam ein eigenständiges Programm zur wissenschaftlichen Weiterbildung aufgelegt. Und zwar grundlegend: Der Bedarf und die didaktischen Methoden wurden ebenso erforscht wie mit Menschen aus der Praxis entwickelt. Die Wissenschaftler haben in Fallstudien den Weiterbildungsbedarf und das Zeitbudget für ein berufsbegleitendes Programm erhoben und in Form gegossen. Jetzt geht es darum, auch auf dem konkurrenzreichen Weiterbildungsmarkt zu bestehen. Manche Angebote laufen schon erfolgreich im dritten Jahr.

Die Angebotspalette reicht von kultureller Bildung an Schulen für Pädagogen, Sport-, Bau- oder internationales Recht für Juristen bis hin zur Kinderzahnheilkunde. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Projekt »WM3« mit sieben Millionen Euro im Programm »Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen« gefördert. Zehn MasterStudiengänge und 14 Zertifikatskurse sind entstanden. Die richten sich berufsbegleitend an Berufstätige, an Menschen mit Familienpflichten wie auch an Berufsrückkehrer.

Für die drei Hochschulen ist das Neuland: »Es gibt natürlich eine große Konkurrenz auf dem Weiterbildungsmarkt«, erklärt die Vizepräsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen, Verena Dolle. Die Teilnehmer der Studiengänge zahlen in harter Währung – bis maximal 23 000 Euro für drei Jahre für die Kinderzahnmedizin. »Die erwarten dann Qualität und flexible Strukturen wie auch moderne Lehrmethoden«, erläutert Dolle. Also kein Frontalunterricht in der Vorlesung, sondern etwa ein Lehrgespräch auf Augenhöhe. Für jede Weiterbildung gibt es ein Fachkuratorium aus der Praxis, also Menschen in Berufsausübung. »Die beraten uns. Für mich ist das einer der Erfolgsfaktoren«, erläutert der Marburger Bildungsforscher Wolfgang Seitter.

Für die Vizepräsidentin Katja Specht der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) zeigt das Gemeinschaftsprojekt, wie die drei mittelhessischen Hochschulen vorbildlich kooperieren können. »Wir haben jetzt einen sehr effizienten Verbund«, erklärt Specht. Und aus diesem Verbund wachse Verbundenheit, sprich: Die Professoren der drei Hochschulen entdecken Gemeinsamkeiten und gemeinsame Interessen, aus denen neue Ideen und Initiativen erwachsen können. Das Ganze stehe und falle mit dem Engagement der Professoren, erläutert Franziska Sweers, eine der drei Projektkoordinatorinnen. Nur so war es möglich, dass etwa die zwei Zahnmedizin-Standorte von JLU und Uni Marburg in der Weiterbildung für einen Master in Kinderzahnmedizin kooperierten.

Für den Leiter des Regionalmanagements Mittelhessen, Jens Ihle, ist das Projekt eine »Blaupause für vieles andere«. Gerade Bildung sei in Mittelhessen ein hohes Gut. Und diese Vernetzung von Wissen und Know-how – hier der drei Hochschulen – müsse Kernkompetenz in Mittelhessen sein. Noch nie wurde in Hessen Weiterbildung so intensiv erforscht, sagte Reinhard Schinke vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Er bescheinigte den drei Hochschulen nun auch Vorsprung gegenüber anderen Akteuren im Weiterbildungsmarkt.

Das Weiterbildungsprojekt wird fortan an den drei Hochschulen separat fortgeführt und institutionalisiert – beim Studium-Plus der THM in Wetzlar, im Referat für Weiterbildung an der JLU und im neuen Zentrum für Weiterbildung an der Uni Marburg. Im Internet kann man sich informieren unter www.wmhoch3.de.

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