Massenschlägerei mit Messereinsatz an den Lahnterrassen in Marburg: 40 junge Männer, Asylbewerber und Flüchtlinge, waren an der gewaltsamen Auseinandersetzung beteiligt. Das teilte die Polizei mit. Ein 19-jähriger Afghane erlitt demnach eine nicht lebensbedrohliche Stichverletzung am Oberschenkel, ein 16-jähriger Landsmann wurde am Kopf verletzt. Bei der Auseinandersetzung soll nach Polizeiangaben Reizgas zum Einsatz gekommen sein.

Eine Parkbank in der Nähe wurde von den Schlägern zerstört, die Täter nutzten eine herausgebrochene Latte als Schlaginstrument. Nach Zeugenangaben schlugen und traten zu Beginn der Auseinandersetzung zwei Männer aufeinander ein. Im weiteren Verlauf mischten sich dann die Begleiter der Kontrahenten ein. Die näheren Hintergründe der Auseinandersetzung sind derzeit noch nicht bekannt, berichtet die Polizei. Sie nahm zwei 18 Jahre alte Syrer vorläufig fest.

Die Massenschlägerei an den Lahnterrassen facht die schwelende Sicherheitsdebatte in Marburg-Mitte erneut an. Der Gewaltausbruch fällt mitten in Überlegungen einer Videoüberwachung des Erlenrings. »Das Kleinreden der existierenden Probleme muss endlich aufhören«, sagt Jens Seipp, CDU-Sicherheitspolitiker auf Anfrage der »Oberhessischen Presse«. »Wenigstens über temporäre Videoüberwachung an sensiblen Bereichen der Stadt wird man jetzt nachdenken müssen, etwa während Großveranstaltungen wie der Innenstadtkirmes.«

Studentenwerk besorgt

Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) sieht das ähnlich. »Die Sicherheit in der Stadt und die Beseitigung von Angsträumen für unsere Bürger muss unabhängig von diesem Vorfall ganz oben stehen«, sagt der neue Sicherheitsdezernent. Es müsse nun auch über den Einsatz von Sicherheitskräften für zusätzliche Abend- und Nachtstunden gesprochen werden. Das Studentenwerk zeigt sich ebenfalls besorgt um die aktuelle Sicherheitslage rund um den Erlenring. »Das ist natürlich in diesem Ausmaß ein erschreckendes Ereignis. Wir beobachten schon seit Längerem mit Sorge, dass sich rund um die Mensa Erlenring vor allem abends ein Klima ausbreitet, das letztlich in solchen Vorfällen eskaliert«, sagt Franziska Busch, Studentenwerkssprecherin. Neben Vandalismus, Vermüllung, Alkoholexzessen und verbalen Entgleisungen hätten sich in letzter Zeit »Drogenhandel, Gewalteskalation und Diebstahlsdelikte vermehrt«.

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