Mehr tun für Cyber-Sicherheit

04. September 2017, 21:39 Uhr

Von Martin Schäfer , 1 Kommentar
Gemeinsam für mehr Sicherheit: Landrätin Kirsten Fründt, Projektleiter Philipp Stöhr und die Gießener Landrätin Anita Schneider (v. l.). (Foto: mt)

Man muss das Rad nicht mehrfach erfinden. Daher haben sich die beiden Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf mit 24 ihrer Kommunen zusammengetan, um sich in Sachen Cyber-Sicherheit abzustimmen und fortwährend zu verbessern. Denn Cyber-Sicherheit ist laut dem neuen Projektleiter Philipp Stöhr kein einmal erreichtes Ziel, sondern ein ständiger Prozess. Wie ja auch das Hase-und-Igel-Spiel zwischen Hackern und den Verteidigern von Computersystemen und Daten auf dem privaten Computer zeigen.

Man muss dabei vielleicht nicht ganz so schwarz sehen wie der Tübinger IT-Sicherheitsexperte Sebastian Schreiber. Er tritt häufig im hessischen Fernsehen auf, wenn sich irgendwo ein Computervirus herumtreibt, und meint: »Kommunen und Landkreise erfassen, verarbeiten und speichern eine riesige Menge von Daten, von denen einige vertraulich oder sogar streng vertraulich sind. Diese Daten müssen besonders geschützt werden – und hierzu fehlt oft kompetentes Personal. Zudem sind Kommunen und Landkreise unter Druck: Sie haben den Aufbruch ins Internet-Zeitalter verpasst.«

Allerdings waren die Computersysteme und Daten von Kommunen bislang weniger im Visier von Hackern als etwa Telefon- und Internet-Unternehmen oder der Deutsche Bundestag. Doch die amtlichen Daten der Kommunen sind natürlich genauso sensibel und schützenswert. »Wir kommen ohne die Digitalisierung nicht aus. Daher wollen wir das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung stärken: Die Daten sind sicher und die Computersysteme bleiben funktionsfähig«, erklärt Anita Schneider, die Gießener Landrätin. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Kirsten Fründt, Landrätin des Kreises Marburg-Biedenkopf, und eingeladenen Gemeinden haben sie das Projekt »Cyber-Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung« vorgestellt. An den Gesamtkosten des auf fünf Jahre ausgelegten Projekts beteiligt sich das Land Hessen mit einer Fördersumme von 250 000 Euro. Den Rest zu insgesamt 480 000 Euro Gesamtkosten tragen die beiden Landkreise und 24 Kommunen bei.

Nach Auskunft beider Landrätinnen habe es noch keine berichtenswerten Sicherheitspannen kommunaler Daten gegeben. Das soll auch so bleiben, dafür werden umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Projektleiter Stöhr gibt einige Beispiele. Ein Problemfall sind USB-Anschlüsse und -Sticks. In den Kreisverwaltungen funktionieren nur spezielle von der IT-Abteilung freigeschaltete USB-Sticks. Die Daten darauf sind verschlüsselt. Die USB-Slots an den Rechnern akzeptieren nur diese besonderen Sticks. Ferner sind LAN-Steckdosen, etwa in Konferenzräumen, nicht standardmäßig freigeschaltet, sondern blind. Und die Landrätinnen kommunizieren mit speziell eingerichteten und überprüften Smartphones. »Auch beim Einrichten von Heimarbeitsplätzen benötigen wir absolute Sicherheit«, erklärt Schneider. Das bedeutet indes nicht nur Schutz vor Datenklau und Manipulation. Auch die Verfügbarkeit ist ein wichtiger Aspekt. Dazu zählt der Brandschutz in Serverräumen. Auch das steht auf Stöhrs Liste. Gemeinsam mit den Kommunen will er in den nächsten Monaten Gespräche aufnehmen, Leitfäden erstellen, die Mitarbeiter in Datensicherheit schulen und damit die Sicherheit voranbringen.

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