Erinnerung

Als an Weihnachten das Geld verbrannt wurde

Beim Fest der Liebe gibt es auch immer wieder Pannen. Eine weihnachtliche Erinnerung – in hochdeutsch und Mundart – hat uns Kurt Klingelhöfer zugeschickt.
23. Dezember 2017, 17:55 Uhr
Weihnachtszeit. (Symbolfoto: lwde)

An Weihnachten kann es auch mal brenzlig werden – das beweist die Geschichte, die uns nun Kurt Klingelhöfer, ein Mitstreiter beim »Runden Tisch Mundart« aus Steinbach, zuschickte.

»Vor vielen Jahren an Heiligabend saß die Familie zusammen. Es war kuschelig warm, der Kohleofen bollerte gemütlich vor sich hin. Die Geschenke wurden ausgepackt. Jeder freute sich über die Gaben, die ja bekanntlich in diesen Jahren nicht so reichlich ausfielen wie heute. Als die Geschenke alle verteilt und ausgepackt waren, fiel der Großmutter die Unordnung im Wohnzimmer auf, die durch das viele Weihnachtspapier entstanden war. Das lag kreuz und quer auf dem Boden verteilt. Oma war eine ordentliche Frau. Sie sammelte alles auf und steckte das Papier in den Bollerofen.

Irgendwann sagte der kleine Kurt traurig zu seiner Mama: »Ihr habt alle auch Geschenke von der Oma bekommen, ich habe nichts von ihr!« Die Mutter blickte erstaunt und sagte: »Aber Kurt, die Oma hat Dir doch Geld geschenkt, damit wir etwas für dich kaufen können, was du brauchst oder möchtest«.

Jetzt machten sich kleine und große Leute auf die Suche nach dem Geld. Es nutzte alles nichts, das Geld wurde nicht gefunden. Konnte man auch nicht. Die Oma hatte den schönen Schein, der ebenfalls in buntes Weihnachtspapier gepackt war, mit den Schnipseln und dem Restepapier in den Ofen gesteckt und verbrannt....«

 

Schei im Oofe vebraad

 

Wenn Kurt Klingelhöfer das erzählen würde, würde er das aber in Mundart machen – und das Ganze dann so klingen: »Die ganz Familie saß in de Goud Stobb’, däij iass nur o‹ ganz bestimmde Feierdoache iwwerhaabt offgemoacht wuorn. E’s woar schie woarm in de Stobb un de Kohleoofe deät fir sich hier bollern.

Die Geschenke wurn schun offgemoacht und all ausgepackt, do fäil de Oma off, doass iwwerall in de ganz Stobb d’s Babbeier erim loach, iann so huodse alles offgehowwe un in de Oofe gestucht, doass wirre e’ Ordning woar!.

Irchendwann saat de kleene Kurt traurich zou seiner Mamme: »Ei, ich huu owwer vo de Omma goar kee Geschenk gekritt«. Die Muodder guckden e’staund o‹ und saat: »Owwer Kurt, die Omma huod dir doch Geäld geschankt, demed’mer woass fir dich kääfe kenne, woass de brauche kannsd«.

Dann huu’se all menanner fleissich nooch dem Geäld gesucht, owwer naut gefuonne.

Konnde’se aach näijt. Die Omma hat den schiene Schei aach in boundich Weihnachsbabbeier gepackt un horren medsamt de annern Schnibbsel im Oofe vebraad!« Damit das nicht noch wo passiert: Am Besten erst am 27. Dezember aufräumen! (pm/Foto: lwde)

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