Gereimtes in der Bütt gibt es bald wieder überall. Reimverse auf der Kanzel sind dagegen rar. Vielleicht ist Diakon Markus Müller auch der Einzige im Landkreis mit einer gereimten Neujahrspredigt. Am Montag trat er in dieser Mission zum 24. Mal auf. Die Gottesdienstbesucher der katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus Londorf warteten gespannt auf die Reimverse für 2017, versuchten vorausschauend selber ihr Reimglück und lagen manchmal falsch. Müller nannte fairerweise seinen beständigen Mit-verseschmied Klaus Ohl (Rheinhessen) und erklärte »Veränderungen« zum Stichwort seiner Predigt.

Zunächst traf seine Rückschau die Nachbarschaft: »Veränderungen gab’s in der Amtsstube in Allendorfs Rathause, Thomas Benz wurde Nachfolger von Annette Bergen-Krause.« 75 Kinder trugen den Dreikönigsstern: »Auch 2017 war’n uns’re Sternsinger unterwegs, sehr engagiert, ihr Einsatz wurde mit knapp 12 000 Euro honoriert.« Zu Ehren des neuen Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf stimmten Müller nebst Gemeinde einen Kehrreim an: »Glück und Segen wünscht ein jeder unserm neuen Bischof Peter.«

Müller erlebte die Bischofsweihe mit: »Ich durft ihn schon einen Tag lang erleben, kann berichten, dass er zuhört, viel aufnimmt, das ist sein Bestreben.« Bald steht Müller 25 Jahre im Dienst der katholischen Kirche: »Ich darf im kommenden Mai mein silbernes Weihejubiläum als Diakon begeh’n, das möchte ich gern mit euch gemeinsam feiern, Ihr werdet’s verstehn’n.« Er fragte sich, warum die Leute gern zu seiner Neujahrspredigt kämen: »Und für andere soll Grund der Umtrunk sein, bei Spundekäs, Knabberzeug und Apfelwein.«

Veränderungen in seiner Familie verschwieg Müller nicht: »Im Pfarrhaus wird es ruhiger von Mal zu Mal, ich sag’s frei heraus, denn auch unsere dritte Tochter wird wohl endgültig verlassen das Elternhaus« (geht nach Tansania/Ostafrika). Zum Schluss wünschte der Gottesmann: »Ich rufe abschließend: In Jesu Namen, Prost Neujahr und in Ewigkeit, Amen.«

Warten auf Fernsehbeitrag

Müller wartete noch mit einer Anekdote auf. Am 14. Januar 2017 zeichnete ein Team, samt Kameramann und Tontechniker des Boulevardmagazins »Maintower« des Hessischen Rundfunks die gereimte Neujahrspredigt von Diakon Markus Müller auf. Jene hatte Müller in der katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus freilich auch schon am 1. Januar gehalten. Der HR hatte sich eine Wiederholung ausgebeten. Müller wählte als Anlass den Dankgottesdienst für die ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter. Mutmaßlich interviewte das Aufnahmeteam damals auch einige Besucher. Ein Jahr später nun informierte er anlässlich seiner gereimten Neujahrspredigt 2018, die Pfarrei habe der Bitte des HR gerne entsprochen, doch der Sendetermin sei bisher wohl vom Winde verweht.

Londorfs Diakon Markus Müller (Foto: vh)

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