Balkonsturz

Unfall vermutlich Grund für tödlichen Balkonsturz in Linden - Freundin massiv angegangen

Der tödliche Balkonsturz eines 29-Jährigen in Leihgestern war wahrscheinlich ein Unfall. Zuvor war die Freundin des Opfers massiv angegangen worden.
02. Januar 2018, 13:29 Uhr
Freunde und Verwandte haben zahlreiche Rosen vor dem Mehrfamilienhaus in Leihgestern niedergelegt. (Foto: kgg)

Nach dem Tod eines 29-Jährigen in Leihgestern am Samstagabend geht die Staatsanwaltschaft von einem Unglücksfall aus. »Die Untersuchungen der Spurensicherung haben keine Hinweise ergeben, dass sich eine weitere Person auf dem Balkon aufgehalten hat«, sagte Staatsanwalt Thomas Hauburger gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung. Ein toxikologisches Gutachten sollen nun klären, ob Alkohol oder Drogen den Sturz begünstigt haben.

Das ist einfach traurig

Anwohnerin

Zahlreiche Rosen und Kerzen stehen am Unglücksort vor dem trostlos wirkenden Mehrfamilienhaus. Freunde des Opfers haben sich hier im Gedenken versammelt, versuchen gemeinsam, das Geschehene zu begreifen und zu verarbeiten. Sie richten die Blumen wieder auf, wenn eine von ihnen durch den kalten Januarwind umgeknickt wird.

Der 29-Jährige hatte sich laut Angaben der Polizei am Samstagabend mit seiner 25-jährigen Freundin in der Wohnung seines besten Freundes in Leihgestern aufgehalten. Das Paar soll sich gestritten haben. Die Freundin sagte später aus, dass sie danach die im zweiten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses gelegene Wohnung verlassen habe. Kurz darauf stürzte der Mann vom Balkon.

Bürgermeister äußert sich zum Vorfall

Gegen 20.20 Uhr hatte der Wohnungsinhaber und beste Freund des Opfers den 29-Jährigen vor dem Haus gefunden. Er verständigte sofort die Rettungskräfte, die das Opfer jedoch nicht mehr reanimieren konnten. Wie die Obduktion später ergab, war der Mann seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Rund 20 Freunde und Verwandte des Opfers sollen sich noch während der Rettungsarbeiten vor dem Mehrfamilienhaus versammelt haben. Sie sollen laut Polizei die Freundin des Opfers attackiert haben. Die junge Frau wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. »Wie viele Personen die Frau angegriffen haben, können wir derzeit nicht sagen«, sagte Staatsanwalt Hauburger. Freunde des Opfers bestritten am Dienstag gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung, dass es Angriffe gegen die Frau gegeben habe.

»Das ist einfach traurig«, beschrieb eine Anwohnerin ihre Gefühle. »Es ist äußerst traurig für alle Beteiligten und die Angehörigen«, sagte Bürgermeister Jörg König. Das gesamte letzte Jahr sei sehr ruhig gewesen, »ich bin als Bürgermeister nicht zu einem Brand oder Unglück gerufen worden«. Dass es nun in Leihgestern zu solch einem Unglücksfall und tags drauf im Mühlberg zu einem Wohnhausbrand kommt – darauf hätte man gerne zum Jahreswechsel verzichtet.

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